Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
306
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inaiu, Haag und Nymwegcn genau durchstudirt haben,um eine Bitterkeit des Herzens, wie die in Franz Egonvorherrschende, und eine Sprache, wie die hier so über-raschende, gehörig begreifen zu können.

Im Jahre 1682, den 1. April, starb Franz Egon, undWilhelm Egon folgte alsbald im Bisthum Straßburg ihmnach. Es war natürlich diese Sache schon laugst geregeltund der Einfluß des französischen Königs auf die Wahlziemlich unverhüllt geblieben, oder vielmehr die Mchrzablder Domherren stand seit längerer Zeit unter unmittelba-rer Leitung der beiden Fürstenberge. Ihre Gegner schrieenauch diesmal heftig über Simonie und Tyrannei; dochwar Niemand, der nicht seit Längcrm auf den Gedankengefaßt gewesen war, den jüngcrn Bruder als Nachfolgerdes altern in jenem Stifte zu sehen.

Der neue Bischofsuchte durch orthodoreu Eifer in Hand-habung der Disziplin und Ausbreitung des katholischenGlaubens sich geltend zu macheu, ein Ruhm, der schonvon Köln und Lüttich aus ihm vorausgegangen war. DenProtestanten mußte er mannigfach ein Dorn in den Augenseyn, und sie hatten allerdings ein Nccht, ihn zu hassen.Biesteicht weniger darum, daß er, gemeinsam mit seinemBruder schon, den herrlichen Münster ihnen entziehen ge-holfen und nun mit neuen Altären und Bildern der Hei-ligen denselben ausschmückte, als weil er den Jesuitenordenvorzugsweise begünstigte, ihr Kollegium zu Molzhcimbereicherte und ein Scminarium zu Straßburg selbst ihnenbewilligte und überhaupt steh dieses bei Umgestaltung derVerhältnisse in jener Reichsstadt thätigeu und bedeutungs-vollen Institutes auf mannigfache Weise zu Durchführungseiner Plane bediente.

Es ist über den Anthcil, welchen Wilhelm Egon, so wiesein verstorbener Bruder, an dem Verluste Straßburgs für