Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
295
Einzelbild herunterladen
 

— 2S5 ' —

bnng eines neuen Hindernisses bei den Negoziationen znverschaffen. Er foderte den Bischof auf, eine eigene Denk-schrift an den Kongreß einzureichen, sich darin als Rcichs-fürst und Mitiutercssent bei den Unterhandlungen geltendzn machen, und die Minister sowohl, als die Gesandtenhatten gemessenen Auftrag, in asten seinen Schritten ihnbestens zu unterstützen.

Der Bischof fertigte in der Thal den gewandten Duckcr,welcher schon früher zu diplomatischen Sendungen gebrauchtworden, noch im Julius 1477 nach Nymwegcn. Er hattefür denselben wohl Passe vom Kaiser unterzeichnet, znrpersönlichen Sicherheit, aber keine solche erhalten, welcheseine Zulassung als Geschäftsträger in den Augen der kai-serlichen Gesandtschaft begründen konnten. Letztere strittihm auch diesen Charakter beharrlich ab, und da Ducker,um den Zorn Leopolds nicht noch mehr zu reizen, seineAufwartung bei den Abgeordneten der verschiedenen Machteverschieben mußte, so sah er sich zu peinlicher und dcmü-thigender Unthätigkeit verdammt. Dieser Umstand gabAnlaß zu einem lebhaften Notenwechsel. Der englischeBotschafter, Sir Jenkins, unterstützte Duckcrn gemein-schaftlich mit dem französischen in seinem Begehren, daßdie kaiserliche Gesandtschaft ihn doch empfangen sollte.Diese wich gar fein mit der Bemerkung aus : Sie seyennach Nymwegen geschickt worden, um mit den FeindenIhrer k. k. Majestät und deren Verbündeten zu unterhan-deln; nun werde aber der Bischof von Straßburg nichtals Feind des Kaisers, noch als Verbündeter irgend einessolchen Feindes, sondern als Vasall und Reichssürst be-trachtet, welcher zu Negensbnrg bei dem Reichstag einennoch nicht entschiedenen Handel anhängig habe; dorthinmüsse der Prälat sich wenden, zu Nymwegen habe er we-