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hatte» planmäßig seit langer Zeit auf die Entfernung desmächtigen Ministers vom Ruder gearbeitet, und alle Un-fälle, welche man erlitten, ganz vorzüglich auf seine Rech-nung gebracht. Die Jesuiten waren die Seele und dasHauptorgan dieses Komplottes. Aber alle ihre Künstescheiterten an Leopolds angemessenem Vertrauen zu demtrefflichen Staatsmann, bis, bei Anlaß der zweiten Ver-mählung des Kaisers, ein bitterer Scherz Lobkowiz's dieStütze seiner Macht endlich untergrub und seinen Fallbewirkte. Leopold schwankte in seiner Wahl zwischen dertugendhaften und schönen Prinzessin Leonore Magdalcnevon Pfalz-Neuburg und der mit Reizen weniger begab-ten, aber sehr verständigen Erzherzogin Klaudia Felicitasvon Östcrrcich-Tyrol. Der Fürst, zum Schiedsrichter überdie Bildnisse der Beiden aufgerufen, gab, in ziemlich star-ken Ausdrücken, gegen die Nebenbuhlerin, der crstcrn denVorzug. Der Kaiser huldigte seinem Geschmack. Gleich-wohl fügten es seltsame Umstände, daß die Vermählungmit der Letzten: zu Stande kam, und Leonore von Neu-burg erst die dritte Gemahlin des Kaisers wurde. KlaudiaFelicitas, von Lobkowiz's Spöttereien über ihre Figur inKcuntniß gesetzt und tief verwundet, beschloß Rache, (')und führte dieselbe, zumal mit Hülfe der Jesuiten, auchaus. Das Schicksal des Ministers ist bekannt; aber ebenso auch, daß die Kaiserin Leonore nachmals der Familiedes Gestürzten auf alle Weise eine Dankbarkeit zu erwei-sen suchte, die sie dem Vcrthcidiger ihrer Person undWahl, wegen seines inzwischen erfolgten Todes, nichtmehr zu bezeigen im Stande war.
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