Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
287
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Eine dritte Möglichkeit liegt in der raschen und unvor-sichtigen Handlungsweise des Fürsten Lobkowiz. Überwäl-tigt von widerstreitenden Gefühlen in seinem Innern,überzeugt von den verhängnißreichen Folgen einer That,wie die Hinrichtung eines so berühmten Mannes, wieFürstenberg, der zugleich Minister des mächtigen LudwigXIV., sowohl für die Ehre des Kaisers, als für das Wohlder Monarchie, endlich den patriotischen Rücksichten mehr,als der diplomatischen Klugheit in diesem Augenblick hin-gegeben, (') trat er vielleicht aus freiem Antrieb vor denNuntius mit seinem Geheimniß, und bedachte nicht, daßer, indem er einen Andern retten wollte, sich selbst eineGrube graben würde; oder auch, er wähnte, so großwürde der Nachtheil denn doch zuletzt für seine Personnicht seyn, wenn der Kaiser selbst in Erfahrung bringensollte, daß die Entdeckung des Beschlusses durch ihn ge-schehen.

Wie dem nun scy, der fürstenberg'schc Handel brachtedem Fürsten Lobkowiz einen bedeutenden Stoß, aber kei-neswegs den wirklichen Sturz, wie mehrere Gcschicht-schrciber geradezu angenommen haben. Dieser Sturz kam,in Folge ganz anderer Machinationen und ganz vorzüg-lich als Wirkung der Rache einer beleidigten hohen Frau.Die gesammte anti-französische Partei, d. h. diejenige,welche nicht einsah, daß das Hans Österreich bei allenseinen Kriegen mit Frankreich im Ganzen nichts gewinne,das teutsche Reich aber sehr viel dabei verliere, das spa-nische Kabinct, und die Eifersucht vieler Reichsfürsten

(') Auch die Motive der Verwandtschaft und Freundschaft zumfürstenberg'schen Hause, die bestürmenden Bitten der MariaFrancisca, die Briefe Franz Egons u. s. w. mochten mächtigmitgewirkt haben; Umstände, die Moser nicht wisse» konnte.