schleunigen oder zu verzögern. Ihre Edlen und Hochmö-genden hegen die sichere Überzeugung, Seine königlicheMajestät (von England), welche so viele Beweise JhreSInteresses für das Wohl der Republik gegeben, werdenicht darauf bestehen wollen, daß die Generalstaaten zuGunsten eines Mannes sich verwenden, welcher ihren Un-tergang geschworen, und diesen seinen Entschluß ihnen,gleich als wollte er noch bittcrn Hohn beifügen, in'S Ge-sicht erklart hatte. Ein Schritt für seine Befreiung würdesie — wie Sc. Majestät selbst erkennen müßten — deröffentlichen Verachtung aussetzen und sogar der Freund-schaft des Königs unwürdig machen; ja er würde gleich-sam eine Aufforderung für Jedermann enthalten, ihrenStaat mit Schimpf aller Art, ohne Furcht vor Ahndung,zu überhäufen, und gleichwohl noch hoffen lassen, daßman dem Übclthätcr in den schlimmsten Lebenslagen nochBeistand und Schirm leisten werde. Nur mit Bedauernthcilcn sie solche ihre Weigerung mit, mit dem Anerbie-ten jedoch, Sr. Majestät in allen billigen Dingen dieFreundschaftsdienste zu erzeigen, welche man vernünftiger-weise von ihnen fodcrn kann.»
Die Weigerung Ludwigs XIV., Pässe für den Herzogvon Lothringen auszufertigen, hielt mit der Hartnäckig-keit des Kaisers, wegen Wilhelms von Fürstcnberg Los-gabe, gleichen Schritt, und neue Hemmungen, neue Un-terhandlungen des einförmigsten und widerlichsten Inhaltswurden dadurch veranlaßt. Der englische Gesandte hatte,noch ehe er das Ultimatum seines Hofes nach Wien ge-tragen, unterwegs ein Schreiben erhalten, auf neue Ver-haltnngsbefehle zu warten. Man ersah deutlich, wie denKaiser, den französischen König und die Generalstaatenfortwährend der persönliche Haß von jeder friedlichen An-näherung zurückdrängte. ,