gemeinen Frieden in gar keiner nothwcndigen Verbindung;eine Unterredung des Bischofs mit seinem Bruder seydurchaus überflüssig, und würde nur das Ausspinnenneuer Rauke und neue Gefahren für den Kaiser, dasReich und den Frieden zur Folge haben. Nicht sey zu er-warten, daß diejenigen, welche den Frieden durch Krieggestört, aus Liebe zum Frieden nun den Krieg aufhörenmachen würden. Niemand könne dafür Bürgschaft leisten,daß nicht der Gefangene, seiner Haft entlassen, zu seittcralten Gesinnung und Leidenschaft zurückkehren werde;Niemand, falls man ihn in dritte Hand übergebe, daßnicht sein Brndcr, der Bischof, mit verwickelt in alleschlimme Anschlage und kaiserlichen Mandaten zum Hohn,die Rolle eines freiwilligen Ächters auf fremdem, jafeindlichem Boden fortsetzend, entweder durch Drohungenoder Bestechungen — ein bei den armen Sterblichen nurallzuwirksames Mittel — den Bewahrern die anvertrautePerson entreiße. Ob man wohl daran zrvciflcn könne, daßder von Fürstcnberg, sobald er nur einige Freiheit wiedergerochen, nicht noch schlimmer und gefährlicher werdenwürde, als in der Haft, worin er gleichwohl mit seinerSchwester und andern seiner Mitschuldigen, trotz allerWachsamkeit, verbotene Verbindungen zu unterhalten unddie Treue der Hüter zu verführen gewußt habe.
Der Kaiser — hieß es ferner — verachte den Ruhmder Milde und Großmuth, weil allen Regenten sehr nütz-lich, keineswegs; aber er pflege ihn auf eine Weise, daßseiner eigenen Sicherheit und dem allgemeinen Besten,welches für die Fürsten das höchste Gesetz sey, kein Nach-theil dabei geschehe. Warum jedoch sollte Milde und Groß-muth demjenigen zu gut kommen, welchem so viele tau-send Familien den Tod der Ihrigen, blühende Städteihren Ruin verdankten, und wie demjenigen Barmherzig-