Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
269
Einzelbild herunterladen
 

- 269 —

tief, daß er bittend sich Gesetze vorschreiben lassen müsse,welche nur mit gemeinsamer Zustimmung aller Parteienhier gegeben werden könnten. Daß der Würfel des Krie-ges zweifelhaft und das Glück der Waffen wandelbar,hätte den Franzosen der letzte Sommer gelehrt. Zeitennud Umstände änderten sich schnell, das Schicksal werfenicht immer einen Einzigen Alles zu, und Niemand dürfemit Sicherheit den Tag vor dem Abende loben. Allznvor-eilig pochend, trete dermal der Franzose auf, gleich alswäre der ganze Krieg schon zu seinem alleinigen Vorthcilentschieden; allein beide Thcilc vertrauten noch auf ihreKräfte und hielten dieselben für gleich; auf beiden Seitenbesitze man Menschen und Waffen genug, ans beiden könneman mit gleichem Grund Siege erwarten und Unfälle be-fürchten. Der Kaiser, im Vertrauen auf Gott und seinegute Sache, sicher, aber auch mitten im Waffengctümmclfür den Frieden niemals unempfindlich, habe weder inüberzeugenden Rcchtsgründen, noch in dringlichen Um-ständen Motive gefunden, seinen über die Sache des Prin-zen Wilhelm gefaßten Entschluß zu ändern. Seine Ansich-ten deshalb seycn zur Genüge den vermittelnden Gesand-ten und Höfen mitgethcilt worden.

Nichts desto weniger habe der Kaiser Rücksichten fürdieselben und Gcfüblcn der Milde Gehör geschenkt, dadurch,daß er den bereits seinem Ende nahen Prozeß wider denGefangene» niedergeschlagen, bis zu Abschluß des Frie-dens. Er übe sein Herrschcrrecht im Interesse des Reichseben so gut, wie der König von Frankreich, aus; dochhoffe er ganz Europa zu beweisen, daß er, ungebeugt durchalle Wechsclfälle, seine Grundsätze fest behauptet und nie-mals sein erhabenes Ziel aus Augen verloren habe, näm-lich das Ziel cineö Vermittlers zwischen den Parteien vonEuropa. Die Befreiung Fürstenberg's stehe mit dem all-