Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
230
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Fürstenberg, uneingcdenk des ursprünglichen Pflichtver-hältnisscs zu seinem Herrn, es nicht für angemessen ge-funden hat, demselben Rechenschaft über seinen Posten ab-zulegen. Dieses frevelhafte Stillschweigen beraubte, wennauch alle übrigen Gründe für ihn sprachen, ihn an undfür sich allein schon aller Privilegien, deren er genossen.Die Gesandten, ihrer Rolle treu, erklärten ihren unüber-windlichen Widerwillen, Verhandlungen ferner beizuwoh-nen, wo dieser Eindringling die Hände darin hatte, undes ward solcher Entschluß dem Domkapitel und dem Ehur<fürstcn förmlich angezeigt.

»Es war auch in der That.unmöglich, auf diesem erha-benen Schauplatz des Friedens einen arglistigen Ministerder Art länger zu ertragen, einen Minister, welcher inmehr und verschiedenartigen Rollen neben einander auf-trat, als man dem Proteus Gestalten beilegte, stets in derAbsicht, den Kaiser zu hintergehen. Bald ritt er bewaff-net einem Haufen Kricgsvolk als französischer Oberst vor-an, mit nichts anderm beschäftigt, als Truppen auszuhe-ben, Werbungen zu regeln. Schlachten zu veranlassen,Belagerungsgeschütz zu leiten und den Schrecken des fran-zösischen Namens überall hin zu verbreiten. Bald erschiener in Insul und Domherrngewand, die friedlichen Sitzun-gen der Kapitularcn muthwillig störend, bald unter derLarve eines teutschen Fürsten, um als französischer Emis-sair in heimlichen Künsten sich zu erschöpfen, und dieStände des Reichs in die Fallstricke der Feinde zu locken;oft auch wieder als Redner, aufrührerische Schriften inMenge wider den Kaiser unter das Volk streuend; nochöfter aber wieder, als Herold, mit der Miene eines Frie-densstifters, besänftigt, neue Bündnisse zu bewirken, d.h. Kaiser und Reich neue Feinde zu erwecken. Also hatdieser Mensch sich dargestellt, äußerlich überall verschie-