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Nach ihr ist derjenige ein Thor, welcher ge-wissenhaft das Völkerrecht beobachtet, sobaldihm solches Verderben bringt. König Franz I. da-gegen erklärte einst : Wir baben Alles verloren, nur dieEhre nicht; — und spater stellte man den Satz auf: Wenndie Treue auf der ganzen Erde keine Stättemehr fände, so müßte sie doch auf den Thronder Könige flüchten können. Die Schrift sagt fer-ner : Das Gesetz wäre unvernünftig, hart undbarbarisch, welches den Fürsten auferlegte, dieSicherheit und Heiligkeit der Person des Ge-sandten eines Dritten dem Wohle des eigenenVolkes vorzusetzen; ja es würde sogar Verbre-chen gegen sein Volk seyn, wenn er Rauber, dieunter den Mantel von Gesandten sich verhül-len, fvrtwüthen lassen würde. Wie abgeschmacktund unpassend solcher Satz auf den behandelten Gegen-stand war, braucht wohl erst keiner Erörterung. Natür-lich stellt auch unser Verfasser den ferner» Satz in allerScharfe auf : Gesandte, welche das Völkerrechtverletzt, oder der Würdc des Monarchen zu nahegetreten, können bestraft werden. Diese Theoriekonnte noch angenommen werden, wiewohl der zweite Theil,welcher das Zunahetreten de/ fürstlichen Würde begreift,so unbestimmt und allgemein ist, daß er der Willkühr je-den Augenblick Macht einräumte, ihre Leidenschaft unterirgend einen bequemen Vorwaud zu verstecken.
Der zweite Einwurf, welcher die vom Kaiser für Kölnausgestellte Sicherheit anbelangt, scheint dem Verfasser —
sichert ihn dann erst, daß seine Rache ihn treffen werde. Istder Gesandte eines fremden Souverains nicht Gast der Na-tion und der Rezierunz, bei denen er seinen Herrn vorstellt?