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Frankreich hatte fortan das günstigste Spiel für alle An-maßungen, und zwar mit einem Schein des Rechtes; die-ser Gedanke ward von allen Parteien gleich sehr festgehalten, und die hundertmal wiederholte BehauptungLeopolds, das Haupthinderniß des europäischen Friedensscy der Fürst Wilhelm von Fürstcnberg gewesen, dem wie-ner Kabinet mit bitterer Betonung zurückgegeben.
Umsonst kehrte der Kaiser seine Würde nnd Nationali-tät heraus; man glaubte nicht daran; umsonst sprach erviel und bedeutungsvoll von geheimen wichtigenGründen seines Verfahrens; eben weil sie geheim waren,hielt man die Gründe nicht triftig genug, und da derKaiser selbst bei mehrern Anlässen seine eigene Person zusehr durchblicken ließ, so erklärte mau den Haß widerden Prinzen für einen rein persönlichen, und der Mo-narch, welcher an der Christenheit Spitze zu stehen beharr-lich vorgab, schien um so schärfer» Tadel deshalb zu ver-dienen, daß er die gemeinsamen Interessen derselben die-ser reinpersönlichcn Leidenschaft zum Opfer bringe.
Lndewig XlV. betrachtete diesen Ausdruck verschieden-artiger Empfindungen nicht ohne inneres Vergnügen, nndlabte sich an der Genngthuung, welche der Nebenbuhlerihm vor ganz Europa selbst zu geben sich beeilt. Alle Fe-dern kamen daher in Bewegung, um das Unmoralischeund Widerrechtliche der Entführung — denn alsonannte man die Affaire von Köln — recht hervor zu he-ben und jenen Ausdruck zu verstärken. Seine Diplomatenselbst versäumten nichts dabei.
Alsbald nach eingegangenem Bericht über alle EinzclN-heitcn erließ der König folgendes Rundschreiben an alleseine Großbotschafter :
»Je mehr der durch das öffentliche Vertrauen, durchdas Völkerrecht nnd die Verhandlungen des von Europa