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Kabinettes in Staatsakten, anonymen Schriften und Prt-vatgesprächen vor ganz Europa zu brandmarken oder vonandern brandmarken zn lassen. Allein wie politisch-wichtigdie Verhaftung Wilhelms von Fürstcnberg auch seyn mochte,so unangenehm und peinlich war ihm gleichwohl anderseitsder Verlust seines überlegenen Talents, seiner vielfachenWirksamkeit und seines nutzreichen Ruthes. Ehre, Vortheilund Politik bestimmten daher Ludwig, das Äußerste fürseine Befreiung zu thnn; und er that es auch.
Fortan dreht sich eine Zeit laug das ganze politische LebenEuropa's um die Person des gefangenen PrinzenWilhelm. Fast keine gesetzgebende Versammlung ward er-öffnet oder geschlossen, kein Aktenstück der hohen Diplomatieausgegeben, das nicht eine Stelle enthalten, für oder wi-der den von Fürstenberg. Man ersieht aus den dickleibigenSchriften und Sammlungen jener Perlode, wie sehr daSGefühl dcrHinterlistigkeit bei dem Verfahren K. Leopolds I.das moralische Gefühl verwundet und die bisher unbestrit-tensten Voraussetzungen aufs Neue zweifelhaft und zu Ge-genständen rechtlicher Erörterung gemacht hatte. Sowohlpersönliche Freundschaft, als System-Verwandtschaft, so-wohl die natürliche Sympathie für einen Unglücklichenohne Erwägung seiner Schuld oder Nichtschuld, als dieFurcht vor ähnlicher Gefahr in möglichen gleichen Fällen,vereinigten Verschiedendenkendc, die That zu verdammen;der Instinkt der verletzten öffentlichen Sicherheit und schimpf-lich mißhandelter Gcsandtcnwürde überwog bei vielen denHaß oder die Gleichgültigkeit gegen Fürstenbcrgs Personoder Grundsätze. Daö Mißvergnügen über so unerwartete,als grelle Störung des weitgediehencn Friedcnsgeschästesmachte in Äußerungen mannigfacher Art wider den Kaiserund seine Minister sich Raum, ans deren alleinige Rechnungalle künftig der Christenheit drohenden Übel gesetzt wurden.