Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
178
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Achtes Kapitel.

Unmittelbare Folgen der Entführung des PrinzenWilhelm Egon. — Die Stadt Köln und KönigLudwig XIV.

§)ie erste Partei, welche in Betrachtung kommen muß,ist wohl die Stadt Köln selber. Ihre thcucrstcn Rechteund Interessen waren durch das Geschehene verletzt undgefährdet, der Selbstständigkeit ihres Gebiets und der feier-lich zugesicherten Neutralität ein schimpfliches Brandmalaufgedrückt worden. Wie wenig Sympathie die Reichs-stadt auch für ihren Erzbischof und dessen Minister hegenmochte, welche beide sie oftmals bedrängt, so erfordertendoch Stellung und Anscheu, daß sie eine Verwahrunggegen das Geschehene in üblicher Form einlegte.

Die Nachricht von dem Vorfalle zu Köln erfüllte KönigLudwig XIV. mit äußerstem Unwillen und mit leidenschaft-licher Erbitterung, als über einen ihm selber zugefügtenSchimpf; die Erbitterung wich aber wiederum der Betrach-tung, welchen Gewinn ihm diese Verletzung des Völker-rechts durch den wiener Hof in der öffentlichen Meinunggegeben, und welchen Einfluß die That auf das Schicksaldes Kongresses äußern werde, von dem der König bereitssich sehr gern wiederum zurückgezogen hatte. Nunmehr hatteer die herrlichste Waffe in der Hand wider einen Gegner,der nicht müde geworden, die Treulosigkeit des französischen