Wien gekommen, und der Bregel auch nicht! Es wäreall dieses nicht geschehen. Aber es scheint, Gott habe esso verhängt. Ich fürchte sehr, meine armen Kinder wer-den es unschuldigerweise mit entgelten müssen!
»Ich habe von Wien gemußt, ohne nur noch eine Au-dienz bei der Kaiserin erhalten zu können. Ich bin gesternhier (zu Wertheim) angelangt; nach München Hab' ichnicht kommen dürfen, weil man mir zu verstehen gege-ben , daß man es gar nicht gern sehen würde, weilBruder Herrmann der Schlimmste von allen(Dreien) wäre. Um nun nicht noch mehr Ungnad'aufmich zu laden, Hab' ich solches unterlassen, und meine Ge-schwei (Schwägerin) unterwegs besprochen-, welche wohlherzlich betrübt ist, indem wir sehen, daß das Unglücküberall trifft. Gott bessere es!
"Ich fürchte, wenn Bruder F. (Franz Egon?) nichtwas Remarquablcs für den Kaiser thut, so wird er end-lich übel einsitzen, und es möcht' ihm beim Fürsten vonVaicrn gehen, wie E. F. Gnaden beim Chursürsten vonKöln. (')
»Euer fürstliche Gnaden glauben sicher, daß nicht allesso ist, als man vielleicht zu Paris meint; denn gewiß,Baiern wird dem Kaiser nicht resistiren können. Es scheint,Gott will die Waffen des Kaisers segnen, denn er gewinntimmer mehr, als er verliert. Gott gebe den Frieden!Sonst kann nichts helfen!« —
M. Francisca lobt am Schlüsse ihres Briefes sehr dieguten und getreuen Dienste, welche ihr Graf Frobcn vonFürstenberg, ihr Vetter, geleistet; sie bittet, alle Zuschrif-
(') Diese Andeutung ist dunkel, weil man die Person nicht kennt,an die der Brief sich richtet. Vielleicht ist es der Fürstbischofvon Münster, mit dem die Gräfin spricht.