Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
172
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welcher in Krkegsraths- und Gcsandtschafts-Angelegenhei,ten mehrfach eine wichtige Rolle gespielt, war sein Be-gleiter, und half in den angestellten Verhören den Fürstenmit dem geheimen Sekretair Abele untersuchen.

Wilhelm ward auf das sorgfältigste verwahrt; doch be-gegnete man ihm mit aller Achtung, die seinem Rang undNamen gebührte. Er hatte gleich im Anfange seiner Haftan den Kaiser eine vierfache Bitte gestellt : 1. taglich dieMesse hören, 2. seinen französischen Bedienten und 3. sei-nen Leibarzt, ebenfalls einen Franzosen von Geburt, beisich behalten, und 4. mit seiner Schwester und seinen Ver-wandten bricfwechscln zu dürfen. Das Erste ward ihm aufdie Bedingung zugestanden, daß eine dritte Person zwi-schen ihm und dem betreffenden Priester sey; das Zweitegeradezu verweigert, und man gab ihm einen andern, zu-verlässigen Bedienten, d. h. einen Spion des Hofes, bei;das Dritte erwiederte man dahin, daß der gewünschteArzt in Wien selbst nöthig sey, jedoch für seine Ersetzunggesorgt werden sollte; das Vierte würde gar keinen Anstandfinden, sobald nur der Prinz die Briefe unverschlossen ab-gehen lassen wollte, eine Bedingung, die so gut als Spottklang.

Trotz aller Vorsichtsmaßregeln gelang es Wilhelm gleich-wohl, die Verwandten von seiner wahren Lage in Kcnnt-niß zu setzen und sie zu Mitteln für seine Befreiung auf-zufordern. Der Bischofvon Straßbnrg und Hermann Egonzu München boten alles auf, um diese Absicht zu erreichen.Während sie in öffentlichen Schriften Erde und Himmelgegen die schreiende Gcwaltthat an ihrem Bruder zu be-wegen suchten und weder der so sehr beschimpfte Churfürstvon Köln noch Ludwig XIV., wie wir hören werden,ebenfalls das Ihrige sparten, um Leopold I. Haß zu er-wecken, arbeitete vor allem thatig an seiner Erlösung die