Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
171
Einzelbild herunterladen
 

— 171 —

Der Prinz pflegte seine Baase, welche zu Köln in einerder ihm angehörenden Wohnungen lebte, täglich nach Es-senszeit zu besuchen. Zu Anfang Februars schon hatte ervor Nachstellungen kaiserlicher Agenten einen Wink erhal-ten; er versah sich deshalb mit zahlreicherer Bedienung,wenn er ausging, unterließ aber doch nähere Vorsichts-maßregeln. Als er nun den 14. (') wie gewöhnlich znWagen nach dem Hotel der Gräfin fuhr, und, um dieAufmerksamkeit von sich abzulenken, den Weg durch abge-legenere Straßen nahm, sah er sich plötzlich, nicht fernmehr vom Ziel, durch Soldaten des Regiments Grana an-gehalten; die Bedienten und Heiducken vor und hinter derKutsche setzten sich zur Wehr, nnd eben so die wenigenbewaffneten Begleiter, welche nebenher geritten; allein einTheil derselben ward getödtet, ein anderer verwundet.Man zwang den Prinzen, welchen man im Namen desKaisers als verhaftet erklärte, wiederum in den Wagenzu steigen, aus welchem er, die Flucht zu Fuß versuchend,gesprungen war; der Neffe des Marquis setzte sich mitbloßem Degen ihm zur Seite. Fremde Bediente bestiegenden Bock und trieben die Pferde in gesprengtem Zuge vor-wärts, dem Hause der Gräfin vorbei, durch die Vorstäd-te, und ohne Säumen ging es dem nächsten Orte undsodann Bonn zu. Von da aus ward die Reise weiter nachWien fortgesetzt, wo Wilhelm einige Zeit verwahrt, dar-auf aber nach Brünn und von da nach Neustadt gebrachtwurde. Der geheime Hofrath Baron von Hocher,

(') Die Angaben über den Tag der Arretirung variiren. EinigeUrkunden setzen sie auf den 5.. andere auf den 10. Februar.Zum Theil ist dies aus unrichtiger Deutung der Ausdrückec-simisi« ed Isias in den lateinischen Memoires zu erklären.Der 14. Februar bleibt die richtige Angabe,