Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
170
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Aufwand und Spiel in einem Grade, daß die Kasse desBeschützers kaum oft zu Bestreitung der Ausgaden mehr hin-reichte. Wir glauben berechtigt zu seyn, nicht alle Erzäh-lungen und Spöttereien des geistreichen Franzosen überdas Verhältniß der Beiden unbedingt annehmen zu dür-fen; aber daß die Gräfin im Hause des mächtigen Man-nes unbeschränkt herrschte, wird kaum verschwiegen wer-den können.

Als bei der Wahl eines neuen Domkapitularen zu Straß-burg einst großer Andrang der Bewerber Statt fand, ver-suchte eine andere geistreiche und schöne Frau, Madamede Soubise, welche am französischen Hofe vieles vermoch-te, ihr Möglichstes, um ihren Sohn, den Abbe de Sou-bise, in jene Würde einzuschwärzen; die Gräfin Markihrerseits arbeitete heftig in ihrem Interesse wider einenNoaillcs, den der Kardjnal von Bourbon begünstigte, undder König und Wilhelm Egon mußten abwechselnd diesemSpiel weiblicher Intriguen dienen. Endlich gewann es dieMarquisin mittelst großer Geldsummen, durch welche derKönig den zerrütteten Finanzen Wilhelms neuen Schwunggab, dahin, daß sowohl er als die Gräfin für den Abbedas Kapitel bestimmten. Der gemeinschaftliche Gegner,Bouillon, ward aus dem Felde geschlagen. Nachmals ar-beitete man an einer Verbindung zwischen einer Nichte derMarqnisin, Mademoiselle de Rohan, und dem jungenGrafen de la Mark; dieser letztere selbst bekleidete die Stelleeines Obristen bei den Regimentern Fürstenbergs, welcheden französischen Hof nicht unbedeutende Opfer koste-ten. c)

(') Vgl. St. 8iraon (XII.) des Ausführlicher» über diese Privat-Angelegenheiten. Man siebt dem Ganzen vielen Muthwillenund Impertinenz gegen die »Aro-srer? ^lle-v-ncle» an.