— 167 -
che», und da der Marquis so eben erst zum Kaiser nachRegensbnrg berufen worden, so könne man allfällige Be-schwerden daselbst anbringen, wo sie gewiß erledigt würden.
Ein ähnlicher Brief des Königs Karl von England wardohngcfähr auf dieselbe Weise beantwortet. (') Der Mar,quis de Pre und der Herr de Versus wiederholten ihreAufforderung. Ihre Beschuldigungen waren jedoch nichtaus der Luft gegriffen, sondern die Vexsuchnng, eines solästigen Gegners und gefährlichen Diplomaten, wie FranzEgon, sich durch einen kühnen Streich zu entledigen, gehtaus den Briefen zwischen van der Goes im Haag, demMarquis de Grana und dem Herzoge von Bournonvillehervor, welche nachmals im Drucke herausgekommen sind.
Es geht aus den bekannt gemachten Aktenstücken hervor,daß der Bischof von Münster zuerst einen Wink von demVorhaben Grana's erhielt und den aufgefangenen Brief, de?wider diesen am meisten zeugte, dem Prinzen Wilhelm mitge-theilt hatte. Dieser bat daher den Bruder, wohl auf seinerHut zu seyn. Das Bekanntmachen der ominösen Schreibenzwischen Haag und Köln stellte den Marquis in der öffent-lichen Meinung sehr zweideutig hin und Ermahnungen desEhurfürsten an die Stadt vollendeten seine Verlegenheit.In derselben und voll Erbitterung suchte Grana in einerheftigen Schrift wider Versus sich zu rechtfertigen und dieZeitung von Brüssel trug redlich das Ihrige dazu bei.
Der französische Abgeordnete säumte nicht, in noch hef-tigcrm Tone zu antworten und den Charakter des Mar-quis auf das Gehässigste heruntcrzusezen. Bei diesem An-lasse ward auch das Andenken des Kardinals Retz ange-griffen und vcrtheidigt; Versus bekannte sich mit stolzem
l') Sibreib. 6. >Z. Köln, 5. Mai und Withehall, 7. April 1673.iiä s. 067Z-