Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

einem Regiment? gelagerten Marqnis de Grana (Spaniervon Geburt und blindes Werkzeug des Kaisers) wahrgenom-men, und sein Bemühen, Kaiserliche Truppen in die Stadtzu schwärzen, war den Französischen und Englischen Gesand-ten gleich sehr aufgefallen. Man schrieb demselben ohne wei-teres die Absicht zu, den Bischof von Straßburg Meuchel-morden oder dessen Person entführen lassen zu wollen. EinBriefwechsel mit dem Prinzen von Oranicn hatte dazu al-lernächst Veranlassung gegeben. Der Französische Mini-ster-Resident, Herr von Verjuö, crmahnte daher schon imApril 1673 Bürgermeister und Köln dringend, daß sie dieungebetene Gäste von ihrer Stadt abzuhalten und die Ver-legung des Quartiers jener Truppen in einer Entfernungyon wenigstens 5—6 Meilen zu erwirken, Sorge tragenmöchten; im entgegengesetzten Falle würden der König undseine Verbündeten sich genöthigt sehen, für die Friedens-konferenzen einen andern Ort auszusuchen. Dabei unter-ließ man nicht, den Kölnern die bedeutenden Vorthcile zubeschreiben, welche durch solch einen Entschluß den ver-schiedenen Klassen ihrer Bewohner entgehen würden. Sei-nem Briefe legte der Gesandte ein Schreiben von LudwigsXIV, eigener Hand bei. Der Magistrat, zwar etwas einge-schüchtert durch diese Drohungen, ermannte sich doch baldwiederum , dankte dem Könige für sciiK gnadige Gesin-nung und um Fortsetzung derselben, bemerkte jedoch, daßes nicht in seiner Macht stünde, den Marquis mit seinemRegimente so leicht herauszuschaffen, wie man sich vor-stelle, da einerseits zwischen dem Kaiser, Churkölu undMünster ein ausdrücklicher Vertrag, hinsichtlich derselben,bestehe, andererseits sie, die Behörden von Köln, nochvor Kurzem erst in Eid und Pflicht darüber genommen wor-den, Übrigens würden sie nach Kräften über NeutralitätMd Sicherheit, gegen Anmaßungen jener Soldatedka wa-