Unrecht thun, wenn man sie allein der Felonie gegen dieRechte des germanischen Staatskörpers beschuldigen wollte;handelte doch der Kaiser, ihr und Frankreichs geschwor-uer Feind, in der furchtbaren Krise von 1672 nicht besser,als die übrigen. Ohne zu bedenken, wie wichtig für seine unddes Ganzen Interesse das Bündniß Schwedens mit Frank-reich war, beförderte er wohl noch kopflos den Abschlußdesselben, wie wir schon erzählt; die Rücksicht auf die Ver-wandtschaft der Königshauser von St. Germain und Ma-drid hemmte sein Schwert gegen das erster?, um letzteresnicht zu beleidigen; er gab die nördlichen Niederlande derRache Ludwigs XIV. preis, ohne zu bedenken, daß er selbstdie südlichen dadurch verlieren könnte; die falschen Vor-spiegelungen der französischen Scndlinge, des KönigsAbsicht gehe hauptsächlich auf Wiederherstellung der katho-lischen Religion in Holland, und nach diesem werde auchEngland und Schweden die Reihe treffen, entwaffnetenseinen Haß wider Ludwig, dessen Sprache allein schonihm ein Gräuel war. Freilich thatcn die beschränkten Mi-nister und die verschmitzten jesuitischen Rathgeber der spa-nischen Partei in seinem Kabinete ihr Bestes und der Auf-stand der Ungarn erklärt auch einigermaßen die mindereThätigkcit nach andern Punkten. Erst als der Abschluß derBündnisse Frankreichs mit Schweden und England kundward, fiel die Decke von Leopolds Augen, und er sah sichdurch die Diplomaten Ludwigs, und namentlich durch dieihm so sehr verhaßten Fürstenbcrge, schimpflich getäuscht. Vonnun an schloß er dem Churfürsten von Brandenburg engersich an, und sie suchten beide dahin zu wirken, daß eineKriegserklärung gegen Holland zugleich als Kriegserklä-rung gegen das tcutsche Reich betrachtet würde. An Kölnund Münster ergiengen scharfe Mahnungen, von ihremunteutschen Treiben abzustehen; und der wiener Hof, s«
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