Friedrich Wilhelm war nunmehr seinerseits über engeVerbindung mit Holland nicht länger unentschlossen; mattsuchte die Verbindlichkeit des Beistandes, welchen Schwa-ben der Krone Frankreich und deren Bundesgenossen zu-gesichert, hinsichtlich Kölns und Münsters als ungültighinzustellen, falls sie, dem westphalischen Frieden, denRcichsgesetzen und Kaiserlichen Befehlen entgegen, etwaswider Ruhe und Integrität Teutschlands unternähmen.Auch mit Dännemark, wie mit Schweden ward über die-sen Punkt unterhandelt.
Unstreitig war der Chnrfürst von Brandenburg in die-ser Periode der teutsch-gesinntcste und großartigste Fürst,welcher von den eingebüßten Kleinodien germanischen We-sens so viel als möglich noch zu retten, und die Trümmerder Nationalitat aus dem allgemeinen politischen Schiff-bruche wieder zu sammeln suchte. Sein Friedens- und Ncu-tralitälssystem, wie langweilig und pedantisch es nebendem raschen kriegerischen Gange Ludwigs XIV. und KarlGustavs, so wie neben der geschmeidigen Kunst Philippvon Schönborns und der Gebrüder von Fürstenberg inden letztbeschriebcnen »Affairen« (') auch erscheint, hatteetwas Achtungswürdiges und die Grundrichtung, stattNeues zu gewinnen, das Alte zu erhalten, und statt zuzerstören, das Gehaltene zu verbessern, setzt seiner Gesin-nung ein schönes Denkmal.
Alle übrigen Fürsten fühlten nichts für die Nation. Manwürde also, wie wir schon im Eingang ihrer Biographiebemerkt, den Fürstenbergen und ihrem damaligen Herrn
(') Dieses Wort ist für die StaatSbändel deS 17. Jahrhundertsungemein bezeichnend. ES drückt eine Slrt von Verächtlichkeitaus, im Gegensatz zu den Staatsbegebenheiten anderer Pe-rioden.