Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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haß in seinem Innern genährt, und nie ohne Ärger auchnur ein Individuum, das dieser Nation ungehörig, erblickthatte. (') Die Fürstenbcrge kannten die Zugänge zu sei-nem Herzen also genau, daß er wie ein Kind nunmehrin Allem folgte. Die wichtigste Person, welche ihnen imWege stand, der Kanzler Peter Buschmann, wußten sieauf feine Weise aus seinem Vertrauen zu entfernen unddie Leitung aller Angelegenheiten ausschließlich sich selbstzuzueignen. Sie stellten darauf sich an, als scyen sie mit ih-rem Herrn i» wichtigen Punkten uneins, und gingen nachKöln, wo sie nach Willkühr die politischen Angelegenhei-ten regelten. Der Erzbischof, träg von Natur und demLurus ergeben, wußte zu Bonn, seiner gewöhnlichen Re-sidenz, sich weder zu rathen, noch zu helfen; er lud dem-nach die Brüder wiederholt und auf die freundlichst' Weisezur Rückkehr ein. Mit ihnen waren jedesmal sein Verstandund seine Regicrungsweisheit fortgezogen.

Die Zeitgenossen, welche andern Devisen und Interessenfolgten, ersahen in der geschäftigen und — wie ihnen.vorkam —verderblichen Wirksamkeit der Fürstenberge keineandern Motive, als die eines grenzenlosen Ehrgeizes undeines unersättlichen Eigennutzes. Sie hielten erster» fürallzu sehr beleidigt durch frühere Vcrnachläßigungen deswiener Hofes, und daher zu Gefühlen der Rache gestei-gert; auf Rechnung des letztern brachten sie allerlei Ge-rüchte von Verheißungen, welche Ludwig XIV. und die

(') Darin hatte er große Sympathie mit K Leopold l., welcheralles Französische bis auf die Sprache sogar tvdtlich haßte,und gute Bücher, die in derselben erschienen waren, durchseine Gemahlin sich übersetzen ließ, ob ihm gleich das Fran-zösische nicht unbekannt war.

Schneller: Einst. Österreichs auf Teutschland und Europa.