Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

Anlaß geben könnte dadurch, daß er entweder den Fein-den Borschub leiste, oder eingegangene Verpflichtungengegen andere nicht erfülle.

Die Verwahrung Friedrich Wilhelms hatte zumal denBischof von Straßburg sehr beleidigt; es schien ihm dar-in eine verabredete Zudringlichkeit des Kaisers und desChurfürsten zugleich zu liegen, um Köln eine bestimmteErklärung herauszupressen, noch che der Krieg seinen An-fang genommen. Der Churfürst suchte den üblen Eindruckseiner Worte auf die zwei Männer, deren moralische Machter in Teutschland nur allzu sehr fürchtete, durch eine fer-nere Erklärung zu mildern, nämlich: daß alles nur in derAbsicht geschehen scy, um die Kricgsflammcn von Teutsch-lands Grenzen zu ferne». Auf dieses hin führte auch FranzEgon wieder eine freundlichere Sprache, und suchte inschmeichlerischen Phrasen Brandenburg zu überreden, daß vonkölnischer Seite nichts ohne sein Mitwisscn geschehen werde.

Maximilian Heinrich war persönlich in der That nochnicht ganz zu dem entschlossen, wozu die Gebrüder vonFürstcnberg ihn gerne bringen möchten; aber er besaß we-der Tiefblick in die Zeit, noch Übersicht des Zusammen-hangs der Ereignisse, noch eigenen Willen; er war nichtsohne sie und konnte nur durch sie sprechen. Leicht über-zeugte er sich daher von der Wahrheit ihrer Angaben:der Kaiserhof habe in den zwischen ihm und der Stadtobschwcbenden Streitigkeiten zu seinem Nachtheil sich aus-gesprochen, und alles, was auf seine Verhältnisse Bezughabe, werde dort mit geringer Achtung gegen seine Persongeschlichtet. Zum Jähzorn äußerst geneigt, wiewohl sonstvon milden Sitten, überließ er sich gegen Leopold denleidenschaftlichsten Ausbrüchen, und verstand sich zur un-bedingten Nachgiebigkeit gegen die Wünsche des pariserHofes, ob er gleich früher einen entschiedenen Franzosen-