Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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daß ibm niemals in den Sinn gekommen, irgend jemandemwider sie Hülfe zu senden; gleichwohl schrieb er an ebendemselben Tage Franz Egon : daß das wider jene Stadterbetene Hülfskorps bereit stehe und jeden Augenblick,nach Wunsch, anmarschiren werde. Diesen Brief hatte derBischof in einer Anwandlung von Freudentäumcl unklu-gerweise dem päbstlichen Legaten und dem Herzog vonLothringen vorgezeigt und das Geheimniß dadurch vcr«rathen.

Der Churfürst von Brandenburg durch das Gescheheneaufgcschüchtert, begehrte von den Fürsteubergern Erklä-rungen über alle die Rüstungen und deren Zweck. Als diesezweideutig und ausweichend gegeben worden, wandten sichseine Gesandten an den Erzbiscßof selbst; aber auch dieAntworten dieses fielen nicht zur Befriedigung aus; dieFürstenberger wälzten die Schuld auf den Bischof vonMünster und dieser auf die beiden Prälaten. Das Ganzewar verabredete Komödie. Die Taktik bestand darin : soviel möglich Zeit zu gewinnen, bis alle nöthigen Anstaltengetrofffcn seyn würden, aus der Leichtgläubigkeit und Un-rntschlofscnheit der Andern größtmöglichen Nutzen zu zie-hen und geradezu auf das Ziel loszugehen.

Friedrich Wilhelm versuchte nunmehr eine andere Sprache;er ließ dem Erzbischof erklären .' daß er alles Mögliche ge-than, um die Wirren zwischen ihm und der Reichsstadtbeizulegen; auf seine Vermittlung habe der Kaiser die vierbereits dahin beorderten Truppenabtheilungen Halt machenlassen; das Gleiche sey bei den Holländern versucht wor-den. Sollte dem Churfürstcn irgend eine Gefahr drohen,so sey er stets bereit, desselben Rechte wie seine eigene zuvertheidigcn. Um so mehr erregte die Anfüllung des köl-nischen Gebiets mit fremden Truppen seine Verwunderung.Der Erzbischof habe immer seinen Entschluß der Unpartei-