auf die Interessen seiner Krone, Rücksicht nahm, bemerkteer mit rühmlichem Scharfsinn : daß auf den schlimmstenFall mehrere teutsche Länder sehr verwüstet werden wür-den. Fürstcnberg, ohne in letztere Betrachtungen sich ein-zulassen, die mit der Politik nichts zn schaffen hatten, bliebauf seinem alten Satze : der Krieg werde doch begonnenwerden, auch wenn kein teutscher Fürst beitrete; das Ge-biet Kölns, Brandenburgs und Nenburgs werde nothwen-dig berührt, und falls man den Durchzug verweigere,mit Gewalt erhalten werde. Warum wolle sich Neuburg,den Holländern zu lieb, Gefahren aussetzen, welche solchesgar nicht um dasselbe verdient? Die Sachen der Königeseyen gegenwartig dermaßen geordnet und alle Hindernisse,so wie die erforderlichen Mittel zu ihrer Hebung also zumBoraus berechnet, daß, wenn nicht jede menschliche Be-rechnung trüge, nur Ruhm und Sieg für sie aus gegenwär-tigem Unternehmen zu hoffen sey. Dagegen befänden sich dieAngelegenheiten der Republik in schlechtem, verworrenemZustande, und der, welcher ihre Partei ergriffe, habe nurdas Schlimmste von den kommenden Ereignissen zu befahren.
Der Herzog suchte bei Friedrich Wilhelm guten Rath,welcher ihm offen seine Zweifel über den wirklichen, sonahen Ausbruch der Feindseligkeiten, seine Abneigung ge-gen jede Parteinahme darin, und endlich seinen Wunschmittheiltc : daß von Seite der drei Fürsten ein Schutz-und Trutzbündniß zu gemeinsamer Vertheidigung ihrerStaaten zu Stande kommen möchte. Dieser letztere Vor-schlag fand Gehör; man trat darüber mittelst Bevollmäch-tigter zusammen, und Münster ward eigens dazu einge-laden. Aber der Ehrgeiz des Bischofs, welcher die Ober-anführung der Truppen für sich begehrte, oder vielmehr,weil Frankreichs blinder Anhänger, durch solche Ansinnendas Ganze zu vereiteln gedachte, brachte bald ein wesent-