Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
144
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durch die Austreibung des Herzogs von Lothringen nurnoch übcrmüthiger geworden war; auch scheint es, daßer besonders auf die allseits schädliche Thätigkeit Fnrstett-bcrgs sie aufmerksam gemacht. Dieser fuhr aber fort, seinewichtige Sendung zu erfüllen. Er lud, aus Auftrag Lude-wigs XIV., Köln, Brandenburg, Ncuburg, Hannoverund Münster wiederholt zu Abschluß des Bündnisses mitden beiden Königen ein. Eine Art diplomatischer Doppel-gänger, trat er bald als Agent des französischen Kabinet-tcs, bald als Minister seines Ehurfürsten auf. Jedem In-teressenten zeigte er einen lockenden Köder, entwarf neueLändertheilungen, beschwichtigte ihre Furcht bald vor die-ser, bald vor jener Macht. Was den Kaiser betraf, someinte er, sei) auch hier nichts zu besorgen, sobald nurSpanien für die Republik zu den Waffen greife.

Ein neuer Konvent für sämmtliche Eingeladene wardnach Bielefeld im Wcstphälischen auf den 8. April 1671festgesetzt; dort erschienen im Namen Friedrich WilhelmsW. W. Blaspiel und Friedrich Jena. Nachdem Fürstenbcrgauf die Unterhandlungen des vorigen Jahres zu Berlinzurückgekommen, zeigte er die Notbwendigkeit, zu Beru-higung der Gemüther eine neue zu pflegen. Er trachtetedie Notwendigkeit einer förmlichen Defensiv-Allianz dar-zuthun; eine Notwendigkeit, die zu Berlin noch nicht sodringend vorhanden gewesen; auch erklärte er rund her-aus : jetzt müsse zu den Waffen gegriffen werden, von allden Seiten, wo immer ernstlich der Bund gewünscht wor-den. Der Prinz entwickelte die Beschwerden, welchen Kölndadurch sich preis gegeben, daß es inzwischen die festenPlatze besetzt, gleich als hatte es solches in eigenem Na-men getan; er erwähnte ferner der unbilligen Gerüchte,welche seinen Herrn, gleichsam als Verräter am gemeinsa-men Vaterlande, verfolgt; indem man ihm die Absicht zugc-