Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
129
Einzelbild herunterladen
 

129

Endlich entsteht die Hauptfrage : Welchen Gebrauch willder Bund von sich selbst machen?

«Mein Herr von Köln hat, gemäß seiner priesterlichenWürde, keinen dringendern Wunsch, als den Frieden, undtrachtet, so viel wesentliche Vorthcile man ihm auch fürden Fall einer Thcilnahme am Krieg vorgezeigt hat, ausallen Kräften dabin, diesen letztern zu vermeiden. Alleines ist sehr zu befürchten, daß der Krieg doch ausbreche,che und bevor Unterhandlungen deshalb möglich gewor-den. Das Einzige, was hiemit zu thun übrig bleibt, be-steht darin, vorzusorgen und vorzuberathcn, was nach ge-schehenem Ausbruch gethan werden soll. Am liebsten würdeKöln die Neutralität seyn, wäre sie anders nur wohlmöglich; sowohl wegen der besoudern Beschaffenheit desKrieges und der eigenthümlichen Lage seiner Staaten,als wegen der holländischen Besatzungen, welche darinsich befinden. Um eine Neutralität, zwei mächtigen Par-teien gegenüber, aufrecht und in Achtung zu behaupten,bedarf es ansehnlicher Streitmacht; die Unterhaltung ei-ner solchen wird aber den Bürgern weit größere Lastenauflegen, als selbst ein Krieg. Klüger ist es demnach, ge-radezu am Kriege Thetl zu nehmen, wenn nicht ein mäch-tiger Bundesgenosse mit einer bedeutenden Truppenmachtzu Hülfe kömmt, dessen Interesse ihn an und für sich selbstbestimmt, jene Truppenmacht aus eigenen Mitteln zu unter-halten. Obgleich es vielleicht bei der großen Verwicklungder dermaligen Dinge noch schwer fällt, eine bestimmte Er-klärung zu geben, so ist es doch unstreitig zweckgemaßer,gleich jetzt den Entschluß anzukünden, als bis zum Beginneines Krieges ihn zu verschieben, und von der Notwen-digkeit dasjenige sich abtrotzen zu lassen, was gegenwär-tig noch mit freiem Willen gethan werden kann.

«Der Ehurfürst von Köln sieht sich in die NotwendigkeitUI. 9