Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

— 106 —

Der rheinische Bund, welchem Frankreich und Schwe-den beitraten, hatte den zeigbaren Zweck: die westfäli-schen Traktate aufrecht zu erhalten; alle Durchzüge, Ein-quartierungen und Kriegssteuern zu verhindern, und wech-selseitig gegen jede Art Angriff sich beizustehen. Ein Heervon 10,000 Mann sollte über Vollziehung dieser Punktewachen; der französische König verhieß in allen erforder-lichen Fällen bewaffnete Mitwirkung, und ließ sich ande-rerseits von den tcutschen Bundcsgliedern die Unantast-barkeit seiner Lander verbürgen. Weder sollten jene in denspanisch-französischen Krieg mit hineingezogen, noch er,der König, bei jeder Verletzung dcs münstcr'schen Frie-dens von tcutscher Seite gegen Jedermann nachdrücklichunterstützt werden.

Der Hauptbeweggrund der Meisten, welche zu dieserAllianz sich hergaben, bei welcher man zum erstenmal ka-tholische und protestantische, geistliche und weltliche Für-sten für eine und dieselbe Sache verbrüdert sah, war dasVerlangen gewesen, den polnisch-schwedischen Krieg ein-mal beendigt zu sehen, welcher alle Welt langweilte, undaus welchem die Deutschen eine Reihe künftiger Gefahrenfür sich selbst befürchteten. Fast alle waren jedoch gleichGimpeln in eine feine Schlinge gegangen, welche Mazarinzu Ausführung größerer Plaue, im Interesse Frankreichs,ihnen gelegt hatte. Der einige Fürstcnberg, dieser letzten:Macht unbedingt zugethan, war in das Gehcimniß undin die Idee des Kardinals tiefer eingeweiht. SowohlSchweden, als der Bund, sollten blos die spanische Machtin Teutschland, durch Paralysirung des österreichischenÜbergewichtes, schwächen, und sie dienten somit als bloßeWerkzeuge der französischen Politik. Nur der Ehurfürst vonBrandenburg sah weiter und warnte patriotisch vor denGefahren unteutscher Gesinnung. Der rheinische Bund, mit