Kölns in die Länge doch fruchtlos seyn und die WahlLeopolds gleichwohl durchgehen könnte, um so mehr, dndas Betragen von Mainz allmählig deutlicher und dieWirksamkeit Brandenburgs immer zudringlicher für dieSache des Königs von Ungarn ward. Der große Chur-fürst bearbeitete nämlich auch Sachsen sehr nachdrücklich.Er sandte darauf, von Leopold aufgefordert, nochmalsGesandte nach Frankfurt, und gedachte durch Kanftcin dieschließliche Gesinnung Kölns noch einmal auszuforschen.Kaum hatte dieser jedoch sein Geschäft angefangen, alsWilhelm von Fürstcnbcrg die Erklärung gab: »Er scyvon seines Herrn Seite mit einer Sendung an den Königvon Ungarn beauftragt, und Abe diesem zu bedeuten,daß, im Falle noch ferner, allen Gesetzen des westphäli-schen Friedens entgegen, Hülfstruppen nach den Nieder-landen, zu Gunsten der Spanier, geschickt, und dadurchNene Brandstoffe in die Ruhe Teutschlands durch solchunnöthig erhobene Kriege geworfen würden, Köln seineStimme dem Könige nimmermehr zu geben entschlossensey; bei diesem Entschluß werde man verbleiben, selbstdann, wenn kein anderer Wahlfürst ihm beitrete; er,Fürstenberg, sei) jedoch für seine eigene Person überzeugt,daß mehrere mit Köln zugleich dies thun würden. Gehe- Leopold dagegen in diese Ansicht ein, so verbürge er ihmdie Stimme Kölns. Schließe übrigens Brandenburg andasselbe sich an, um Baiern die Stimme zu geben, so scydie Ausschließung Österreichs sicher. Vor wenigen Tagennoch habe Baiern dahin sich erk.ärt : es. werde nicht lan-ger der Annahme des Diadems sich weigern, sondern ei-nen höher» Ruf darin erkennen und demselben gehorchen.Mit Trier und Pfalz sey auf diesen Fall hin bereits allesim Reinen. Brandenburg siebe somit als Schiedsrichterder Schicksale Teutschlands da; wohin es sich neige, wür-
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