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der spanisch-niederländischen Nachbarschaft, zu besorgenhaben. Könnte man daher über Leopold Wilhelm sich nichteinverstehen, so wäre selbst die Wahl Lndcwigs XIV. vor-zuziehen. Auf jeden Fall sey es einmal Zeit, einen solchenZustand der Dinge zu begründen, welcher Teutschlandaußerhalb der Nothwendigkeit setze, unaufhörlich Schau-platz fremder Kriege und Opfer einer Politik zu werden,die seine eigen chcn Interessen durchaus nicht berührten.Des Reiches Politik erheische, daß sein Kaiser keine fremdeKronen trage. Der Reichshofrath bedürfe einer neuen Or-ganisation, durch die Churfürsten selbst, etwa auch nachAnhörung des Gutachtens der andern Stände, vorge-nommen.
Solche Ansichten, in denen nicht nur nichts Unteut-sches, sondern im Gcgentheil sehr viel Deutscheslag, theilten die Fürstenbergc dem Kanstem, als Ausdruckder Gesinnungen ihres Herrn mit.
Der Unterhändler ging nun weiter nach München;aber hier ward er, da sein Beglaubigungsbricf die Adressean den Churfürsten, als Reichsvikar, nicht enthielt,nicht einmal vorgelassen. Er erfuhr jedoch auf Umwegendie am baierischcn Hof vorherrschende Meinung, welchewir sogleich nun andeuten werden. Im Übrigen wider-strebte dieser Hof dem Aufschub der Wahl nicht, welchervon Österreich mit Absicht, wegen der MinderjährigkeitLeopolds, begehrt worden war.
Trotz aller Anstrengungen der Gegenpartei wurde dieWahl in der That nun aufgeschoben, während welcherZeit die Anhänger nichts unterließen, um Leopolds Per-son und Interesse siegreich zu machen. Der Churfürst vonBrandenburg suchte bestens zu mittel», und auch einenzwischen Köln und Mainz über den Akt der Krönungselbst entstandenen Ehrenstreit zu schlichten. Eben so soll-