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Eine Hauptvorfrage bildete der Zeitpunkt der Wahlselbst; einige riethen Aufschub und Überlegung, andereBeförderung und Raschheit des Entschlusses an. Unter denFürsten, welche für letzteres (anfänglich) gestimmt waren,befand sich der Churfürst von Köln, oder vielmehr dasBrüdcrpaar, welches die Geschäfte für ihn leitete. AlsGrund war die Bcsorgniß vor Einmischung der Fremden,Franzosen, Spanier oder Schweden, angegeben. Als derHerr Raban von Kanstein, der gewandte Unterhänd-ler des Churfürstcn von Brandenburg, welcher den eifri-gen Patrioten mit unermüdlicher Beharrlichkeit spielte,vor Maximilian Heinrich kam, schien man überzeugt scyirzu wollen : daß Ludewigs XIV. Wahl der goldenen Bulleausdrücklich widerstreite; Neuburg wenig nach dem Ge-schmack des Kollegiums, die Gesinnung Beuerns uuent-schlüsstg und unbestimmt, unter den österreichischen Prin-zen aber auf jeden Fall der Erzherzog Leopold Wilhelm(wegen seiner Abneigung gegen die Spanier) dem Königeder Ungarn vorzuziehen scy. Leider scy Frankreich entschie-den gegen alle habsburgischcn Glieder ohne Ausnahme;aber vielleicht würde zuletzt seine Abneigung dennoch zuGunsten des loyal- und mildgestnnten Leopold Wilhelmssich besiegen lassen. Vereinigte Brandenburg sich mit Köln,Trier und Mainz für diesen, so bildete man die Mehrzahl,wenn auch Baiern, Sachsen und Pfalz für Leopold sichaussprechen sollten; denn die böhmische Stimme fiel vonselbst weg, da niemand sie sich selber geben könne. Derkünftige Kaiser müsse ein rein teutscher und von keinennahen Verhältnissen zu fremden Mächten abhängiger scyn.Dies aber würde beim Könige von Ungarn unausweichlich,Spanien gegenüber, der Fall und somit das Reich immerunter diesem studerlichen Einfluß seyn. Brandenburg selbsthätte alsdenn für seine Staaten das Schlimmste, wegen