— 8L -
Dessen ungeachtet arbeiteten Franz und Wilhelm Egon,besonders aber der letztere, für den König fort und setztenFürsten und Staatsmänner rings in gewaltigen Schweiß.ES ist xhe wir nun in der Zeichnung des Treibens undWirkens der zwei Brüder fortfahren — wohl an derStelle, den Eindruck zu beschreiben, welchen die Persön-lichkeit Wilhelms in dem Mittelpunkte der europäischenDiplomatik und Galanterie selbst gemacht, und welcheUrtheile die Franzosen von ihm gefällt.
Der Prinz Wilhelm (') machte alsbald bei seinem Er-scheinen in Frankreich sehr viel Glück; sein Äußeres warnicht imponirend, aber angenehm; er besaß eine mittlereTaille, stark besetzt, aber gut gehalten. Er hatte die schönstePhysionomie von der Welt, und sprach das schlechtesteFranzösisch, was man finden konnte. Sah und hörte manihn, so glaubte man eine Rohrdommel vor sich zu sehen,— also spricht ein übermüthiger Franzose von dem Teut-schen, der schon dieses Umstandeö willen die nöthigen Voll-kommenheiten nicht hahen konnte; — allein sobald manauf das Kapitel der Politik kam, entwickelte er solcheTiefe, Gründlichkeit, Feinheit und Energie, daß seinegeistigen Kräfte und Fähigkeiten das gewöhnliche Maaßweit überschritten.
Dieses Zcugniß des Hofmanns wird durch die geistreicheKennerin Mademoisclle de Montpensier, des Kö-nigs eigene Schwester, bestätigt. Er hatte mit ihr imPallaste Luxemburg jeden Morgen und Abend vertraute
t') OLuvrcs coinplettes cke Dnuis 6e Li. Ninon, pc>ur ssrvir ä I'lils-teile cles ceurs Ue Xnuis XIV., Ue I» ksgsnes et cke Denis XV,V. II. Ltrusb. Unter der Äiutrik : Uoinines illusires.
(') Der »»Struck im Französischen klingt noch stärker : u xurais--sit UN Unter.
III. 6