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Wilhelm Egon, geboren 2. Dezember 1629 nnd ge-tauft in Gegenwart des Bischofs Johann von Konstanz,als Pathen, so wie des Markgrafen Wilhelm von Baden,^ des Grafen Ernst von Isenburg und seines Vetters Vra-tislaus des Jüngern, als Zeugen, hatte ungefähr dieselbeJugend, wie sein Bruder Franz Egon. (') Herangewach-sen nabm er, nach der Sitte der Meisten seines Geschlechts,Kriegsdienste, nnd zwar als Obrister eines französi-schen Regiments, nach dem Beispiel eines frühern Wil-helm, welcher in Frankreich so viele Erinnerungen zurück-gelassen. Nachmals jedoch, als der Kaiser darüber Klagegeführt, gab er diese Stelle auf und trat in den geistlichenStand. Also nach dem Familienpapicr. Diese geben keinenAufschluß über die Gründe und Veranlassungen des Ein-tritts in französische Dienste; vermuthlich rührt der ersteImpuls von Straßburg und sehr wahrscheinlich der fer-nere, die Interessen Österreichs zu bekämpfen, von seinemBruder, dem Bischof.
Wenn einerseits jedoch in Familienpapiercn gesagt wird,daß Wilhelm, dem Kaiser zu gefallen, die Dbristcnstelleaufgegeben, so mvß wohl dieselbe von einem späternKriegsbcfehl getrennt werden, den jener vor und währendder kölner Traktate, auch auf seinem neuen wichtigenPosten noch, über ein französisches Regiment geführt.Dieses Regiment spielt eine Hauptrolle in seinem Leben,da es jederzeit das erste Marterwerkzeug war, welchesder erbitterte Kaiser voranstellte.
Mit dem Eintritt in den geistlichen Stand, in welchemer bald eine Domherreuwürde und verschiedene Pfründen
(') Von Willielm Egon findet sich auf Schloß Hoiligenberg einBildniß vor, das ihn als Kind von 7'/. Jahren darstellt.