Elitführung eines verdächtigen Domprobstes gab Gelegen-heit zu neuen Reibungen und Ausschweifungen, und derKanonikus Mareks, Geheimschrciber Franz Egons, wardmitten im Plan einer Verschwörung gegen die Citadclleergriffen. Kaum konnte man den schwarzen Undank einesvon jenem, so wie dem Churfürsten mit Gunst überhäuf-ten Mannes sich möglich denken.
Verhaftungen und Hinrichtungen drängten sich nun.Böswillige gaben zu verstehen, die entdeckte Verschwörungsey von Fürstcnberg selbst angezettelt worden, im Inte-resse seines Herrn, des Ehurfürstcn, um durch diese Ver-anlassung bequemen Vorwand zu Ausdehnung sürstlicherMacht zu erhalten. Man schrieb dem Grafen persönlichenHaß gegen das Domkapitel zu, welches seine Ernennungzum Coadjutor zu verhindern gesucht; darum fanden der-lei Ausstreuungen Glauben und Gewicht. Reaktionen undVerfolgungen von beiden Sehten waren demnach an derTagesordnung. Die letzten merkwürdigen Ereignisse hattenvorzüglich im Jahre 1658 Statt gefunden. (')
Dies die Anfänge der politischen Laufbahn. Bald trater auf einen größern Schauplatz und erhielt in der Per-son seines jüngern Bruders Wilhelm Egon, welchener ebenfalls in kölnische Dienste gezogen, bereits um dieseZeit eine machtige Stütze und einen so treuen Mitarbeiterin allen Unternehmungen, daß, wenn das Talent des letz-tern das seinige nicht überflügelt, es doch demselben eben-bürtig war und neidlos-brüderlich vereint mit demselbenfortan zusammenwirkte. Es ist demnach an der Zeit, diefrüher» Lebensschicksale Wilhems Egons hier anzureihen.
(') Die später,« Verhältnisse Wilh.lms und Franz Egons zu Lüt-tich werden weiter unten im Zusammenhange nachgetragenwerden.