nach Lüttich, und zog gegen Ende Oktobers nächtlicherWeile mit starker Bewaffnung in die Stadt, als geradedie teutschen Söldner eine Art Aufstand angezettelt, ausUnzufriedenheit über rückständigen Sold. Die Gemeinenwurden durch Geld beschwichtigt, die Rädelsführer ver-haftet und an den Fenstern des Pallastcs aufgeknüpft. TerAnblick ihrer Leichen brachte am folgenden Morgen Schrek-kcn in die Masse, und in die Erbitterung der Gcmürhcreinigen Stillstand.
Sofort entsendete der Churfürst Franz Egon und denBaron von Rosen nach Brüssel, um den Herzog zu Er-klärungen aufzufordern. Lothringen antwortete spielendund ausweichend. Fürstcnberg blieb bei ihm; Rosen über-brachte den ungenügenden Bescheid nach Lüttich. DasKriegsvolk des Herzogs verwüstete das Gebiet des Bis-thums. Er spielte einerseits den zärtlich b sorgten Ver-wandten Maximilian Heinrichs, andererseits den eifrigenAnwalt der Lüttichcr. Unter dieser Firma drückte und brand-schatzte er Beide.
Um dieselbe Zeit erhob der niedere Klerus bittere Be-schwerden beim heiligen Stuhl wider den höhern, dessenSimonie, Stolz, Anmaßung und Bedrückung. Denselbenward aber nur schlecht und wörtlich abgeholfen.
Auch des Kaisers und des Churfinsten Zerwürfniß undder fremde Krieg brachten den Angelegenkeiten der Lüt-tichcr, des Kapitels, wie der Stadt mannigfachen Scha-den, und eifrige Unterhandlungen fanden im Jahre 1654zu Herstellung eineS friedlichen Verhältnisses Statt, andenen Franz Egon großen Antheil hatte. Den 17. Marzward ein allgemeiner Vergleich geschlossen, welchen dieserund der Graf Richard von Starcmbcrg, als die beidenHauptbevollmächtigten, unterschrieben. Allein es fehlteviel, daß Ruhe und Eintracht zurückgekehrt wären. Die