Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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getroffen, und die Gäste, die sie zu besuchen vorgaben, ingrößte Sicherheit gewiegt. Am 18. Juni 1636 fuhren sie,begleitet vom Grafen Johann von Nassau, vor dem bi-schöflichen Pallaste, verständigen "Wohnung Fürstenbergsin Straßburg, an. Friedrich Rudolf kam ihnen bis an dieStiege entgegen, und führte sie, nach freundlicher Umar-mung, in das Zimmer seiner Gemahlin. Der eine der beidenNheingrafen kehrte jedoch an der Thür um, wie wenn eretwas vergessen und eilte mit seinem Geheimschrciber in dasihm wohlbekannte und zunächst anstoßende Kinderzimmer.Zu gleicher Zeit befand sich bereits ein bestochener Kammer-diener der Gräfin darin, welcher unter tauglichem Vor-wand die Wärterin des Knaben auf einen Augenblick hcr-ausrief. Die Entfernung derselben rasch benutzend, trugenBeide die Wiege mit dem (damals etwa einjährigen) Säug-linge fort, die Treppe herunter und in den Wagen, wel-cher mit Blitzesschnelle davon rollte.

Kaum war die Betrogene in das Gemach zurückgekehrt,als sie das Geschehene errieth und die Stelle, wo das an-vertraute Pfand geruhet, leer fand. Mit allem Schmerzeder Verzweiflung durchrannte sie die Säle und überbrachteder bestürzten Mutter die schreckliche Botschaft. Der Jam-mer fesselte eine Weile die Zunge; darauf machte der Un-wille sich Luft. Marie Magdalene und ihr Gatte schwurenden Urhebern der That blutige Rache. Der eine Rheingrafstand kalt und ernst noch wahrend des ersten Ausbruchsdieser heftigen Gefühle an ihrer Seite und trachtete dasGethane zu rechtfertigen. Die beiden Gatten versuchten erstden Weg der Überredung und trugen das kaiserliche Ge-richt als Entscheider an. Sie überhäuften darauf den treu-losen Freund mit bittern Vorwürfen. Dieser aber erklärtefeierlich und stolz, daß er seinen Schritt vor Gott, seinemGewissen, dem Kaiser und jeglichem Gerichte zu veraut-