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Trauerzcit vorüber, fühlte der Graf bereits wieder denLebensrciz, und er ging (den 8. April IstiZtz) eine neueVerbindung mit der Wittwe eines feindlichen Hanptanfüh-rcrs, des berübmten Rheingrafen Otto Ludwig, ein.Marie Magdalene, gebornc Gräfin von Hanarr-Lich-tenberg, war zuerst mit Graf Lothar von Kriechingcnvermählt gewesen; nach dessen Tode hatte ssc dem Wild-lind Rheingrafcn die Hand gereicht und demselben einenSohn Johann geboren. Friedrich Rudolfnahm diesen nun-mehr an Kindesstatt an und versprach, für ihn bestens zusorgen. Die Vermählung ging zu Straßburg, im Pallastedes Bischofs, ihres Verwandte», vor sich und der Kom-thur des Johauniter-Ordens verrichtete die Feierlichkeitder Einsegnung. Der Graf sicherte der Braut für das we-gen der Heirath eingebüßte Witthum vollständige Entschä-digung zu. () Als später sich gezeigt, daß die Neuver-mählten im vierten Grade miteinander verwandt, wurdendie Bedenken der Kirche durch eine hübsche Geldsumme be-schwichtigt. (I
Merkwürdig genug hegten die Oheime des Knaben Jo-hann , die Rheingrafen Otto und Georg Friedrich znSalm, Besorgnisse über dessen religiöse Erziehung. Alseifrige Protestanten hielten sie sich zu Rettung seiner Seeleverpflichtet, und der Fanatismus verleitete sie, eine förm-liche Entführung zu veranstalten und ein Attentat zu voll-führen, das in die mütterlichen und bürgerlichen Rechtegleich stark eingriff.
Die beiden Grafen hatten die bestmöglichsten Anstalten
(') Auf den Kaufschilling der zu veräußernden Herrschaften in
Böhmen. ,
(') Heur. Abrede vom 4. April 1636. (F. H.-A.) Dispcn» vom22. Juli 1636.