Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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Er sann daher auf Mittel der Befreiung, und sie ge-langen.

Nach Böhmen geflüchtet, hatte er die Kühnheit, denMonarchen noch um Gerechtigkeit und Genugthunng zubitten, und für Tilgung zugefügten Schimpfes eine Summevon nicht weniger, denn 100,000 Gulden zu begehren.Der Kaiser, um nicht parteiisch zu erscheinen, beauftragteden Churfürsten Maximilian von Baicrn mit der Unter-suchung des Handels. Endlich, im September 1626, er-hielt Friedrich Rudolf den Befehl, mit seinen Verwandtensich auszugleichen und inzwischen zu Prag in Person sichzu höherer Verfügung zu stellen. Der bald darauf erfolgteTod des Beleidigten schlug jedoch jede fernere Untersuchungund Entscheidung nieder. Dieser Vorfall hatte in die Fami-lienverhältnisse mehrseits betrübende Störungen gebracht;der größere oder geringere Anthcil von Schuld der GrafinLconore bleibt unausgemittelt. (')

Wenn Friedrich Rudolf im Punkte der Sittlichkeit schwe-ren Vorwürfen nicht entgangen, so trachtete er doch vonanderer Seite durch Talente und Fähigkeiten dem Kaiserund dem Vatcrlande zu nutzen. Er gewann sogar die Gunstdes Erster» wieder, wozu freilich der mächtigen Verwand-ten Fürsprache mit beitrug. Schon einige Jahre vor seinerckM8e oelsbrs hatte er in raschen Folgen hintereinanderdie Stellen eines kaiserlichen Kämmerers, eines Rcichs-hofraths, eines wirklichen Kämmerers und eines kaiser-lichen Obristlicutenants von Ferdinand II. erhalten; (Ifünf Jahre nach derselben von Maximilian aber, welchemsein Äußeres wohl zugesagt haben mochte, diejenige einesKämmerers, Obcrststallmcisters und Obristen zu Fuß und

(') Die unerfreulichen Akten über die Sachen liegen im F. H.»A.(') ^kaiserliche Reskripte ü. n. 1623 und 13. Jänner 1631.I. 2