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Friedrich Rudolf von Fürstenberg ward sehr wahrschein-lich im Jahre 1602 (') geboren. Seine Mutter, Dorotheavon Sternberg und der Oheim Vratislaus der Ältere lei-teten als Vormünder seine erste Jugend; die UniversitätFreiburg im Brcisgau sollte ihm die erfoderliche Bildungund Kenntnisse verschaffen. Er hatte letztere mit seinemVetter Vratislaus und einigen andern jungen Edlen ge-meinsam bezogen; doch schien es, daß er allzufrüh in ge-fahrliche Zerstreuungen sich einließ, und daß nachmalsHoflcben und Kriegsdienst diesen Hang noch schädlicher fürseinen Charakter ausgebildet. Ein gewisser Leichtsinn, jaselbst eine Frivolität, ward bei ihm nebst feinen Wcltma-niercn, in denen und durch die er glücklich war, und oft-mals selbst den Verstand der Wachsamern zu seinen Gun-sten wiederum zu bestechen wußte, schon beim frühen Auf-treten wahrgenommen, und gleich einer der ersten Züge,welche strengeres Urtheil wider ihn waffuen mußten, warein ärgerlicher Streit mit seinem trefflichen Vetter JakobLudcwig. Dieser hatte sein volles Vertrauen ihm geschenkt,und als Gast und Bruder oft in seinem Hause ihn bewir-thet. Aber es ehrte Friedrich Rudolf weder dies Vertrauen,noch die Rechte des Hauses, sondern griff in ein Besitz-thum des Herzens ein, das auch dem geringsten Bürgerheilig ist. Der Sieger von Lahna und Kalenberg warnicht der Mann, der solche Kränkungen ungestraft duldete.Es kam zu bittern Erklärungen, und als Friedrich Ru-dolf in seinem Unrechte nicht nachließ, legte der Kaiserselbst sich in die Sache und ließ den Grafen verhaften.Auf Wartenberg saß er sechs Monate lang; sein Körperlitt darunter sehr, und noch mehr sein unruhiger Geist.
(') Dies wird aus dem Grabstein geschlossen, denn Urkundliche!darüber liegt nichts vor.