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Festschrift zur Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestehens des Vereins für Wappen-, Siegel- und Familienkunde "Herold"
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wissenschaftliche Forschung sich solcher Aufgaben bemächtigt habenwird, bleibt zunächst außer Betracht.

Im Ganzen und Großen ist die Ahnentafel die Grundlageder richtigen Erkenntniß aller geschichtlichen Begebenheiten, dennsie ist die Voraussetzung von Allem, was man im Gegensatzezum Naturereigniß als geschichtliche Handlung begreift. Bevorman sich jedoch diesen tieferen Problemen der Ahnentafelzuwenden mag, muß es schon als ein großer Gewinn betrachtetwerden, wenn man sich auch nur über die äußere Gestalt undBeschaffenheit der Ahnentafel klar geworden sein wird. Dennauch selbst diese Dinge bieten unendlich viele Räthsel undSchwierigkeiten dar, von welchen sich die wenigsten MenschenRechenschaft zu geben pflegen. Den Mathematikern zwar ist eslängst kein Geheimniß geblieben, daß das Ahnenproblem für jedeneinzelnen lebenden Menschen eine Art von Widerspruch in sichselbst enthält. Die mathematische Theorie weist jedem eine obersteAhnenreihe zu, die für die Gesammtheit eines Volkes in einerZeit, in welcher die hergebrachte Chronologie die Erschaffungder Welt ansetzt, eine Bevölkerungsziffer zur Voraussetzunghätte, für die der gesammte Erdenraum nebst Sonne und Mondbei weitem nicht ausreichten. Jedes einzelne Individuum,welches seine Ahnen in der nächst höheren Generation thatsäch-lich immer verdoppelt dächte, würde eine Zahl bezeichnen müssen,die jene Summe von Reiskörnern noch unendliche Male über-träfe, die der Sultan in der bekannten Schachbrettanekdote leichtenHerzens bezahlen zu können meinte. Die Ansicht also ist leichtzu gewinnen, daß das theoretische oder besser gesagt arithmetischeAhnenproblem nichts ist, was in der Wirklichkeit vorhanden seinkann. Wenn aber der Gedanke ausgeschlossen ist, daß jederMensch oder eine gewisse begrenzte Zahl von Menschen, etwaeine Familie oder ein Volk, von einer unendlichen Zahl vonAhnen abstammt, so tritt an die Geschichtsforschung offenbar dieAufgabe heran, wenigstens annähernd zu bestimmen, wie sichdenn in der Wirklichkeit die Abstammungsverhältnisse, sei esjedes einzelnen, sei es einer Gesammtheit, denken lassen, ohnesich in das Imaginäre zu verlieren. Zwar vermögen die ge-schichtlichen Ueberlieferungen über unsere gesummten Abstammungs-verhältnisse nur sehr geringe Auskünfte zu geben, aber die aufhistorischem Wege gewonnenen Erfahrungen werden Schlüsse

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