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Kunstarchäologische Betrachtungen über das Portal zu Remagen
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zur bildlichen Darstellung in dem Sanktuarium kaum gedacht werden konnte.Wir haben jene Stelle aber noch aus einem andern Grunde mitgetheilt.

Sehr frühe wurde in der Kirche das Kirchweihfest, toc iyxalvia , festaencaeniorum, gefeiert. Als regelmässig wiederkehrendes Jahresfest wird es be-reits bei Sozomenus genannt '). Nun aber ist als Lesestück, als Perikope, alsEpistel dieses Tages in dem römischen Missale gerade die oben mitgetheilteStelle aus der Apokalypse, die Beschreibung des himmlischen Jerusalems mitge-theilt! Es leuchtet von selbst ein, von wie hoher Bedeutung diese Thatsache fürunsern Zweck ist. Die Kunst fand in der Liturgie selbst schon ihre Aufgabevorgezeichnet!

Die bildliche Ausschmückung des Portals von Remagen hat uns die Veran-lassung gegeben, nach der Ausschmückung des Innern der Kirchen, namentlichdes Sanktuariums zu fragen. Das Aeussere hat uns zu dem Innern geführt, undjetzt führt uns dieses Innere wieder hinaus auf das Aeussere. Der älteste Schmuckin dem Sanktuarium waren Mosaikbilder; nun aber hatten mehre dieser Kirchenauch Mosaikbilder an den Vorderseiten, über den Portalen. Noch jetzt erblicktman dieselben an St. Paul, an St. Maria in Trastevere zu Rom. Die alte Peters-kirche, wie die Lateranensische Basilika und die Kirche Ära Coeli zu Rom hattensie ebenfalls, und die Kirche St. Maria maggiore hat sie jetzt noch, jedoch sindsie durch die neuere Fatjade verdeckt 2 ).

Wir verwahren uns gegen die Ansicht, als wollten wir als erwiesen an-nehmen, die uralte Kirche zu Remagen, zu welcher das Portal gehörte, sei inihrem Sanktuarium mit Mosaikbildern ausgeschmückt gewesen, obgleich wir wissen,dass sehr zahlreiche antiquarische Funde, an den Ufern des Rheins wie derDonau, fast jedes Jahr von neuem den Beweis liefern, dass man diese Kunst-gattung in den spätem Zeiten des römischen Reiches hier ausübte. Uns solltendiese vergleichenden Betrachtungen in der gewonnenen Ueberzeugung bestärken,dass das Portal zu Remagen ursprünglich ein Kirchenportal gewesen, sie solltenauf einem andern Wege als dem neulich betretenen zu demselben Resultate führen,und indem wir, um dieses Ziel zu erreichen, uns von der Betrachtung und Deutung

1) H. e. II, 2.

2) Beschreibung Roms I. S. 426. F. v. Quast über Form, Einrichtung und Ausschmückung derältesten christl. Kirchen. Berlin 1853. S. 36, 37.