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Kunstarchäologische Betrachtungen über das Portal zu Remagen
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In einer Stelle welche den Auslegern Schwierigkeit gemacht hat, sagt derKirchengeschichtschreiber Eusebius von der Kirche, welche Constantin der Grosseüber dem h. Grabe zu Jerusalem erbaut hatte: Konstantin habe in dieser Kircheein neues Jerusalem dem alten Jerusalem, welches zur Strafe dafür, dass es denHerrn gekreuzigt, von Grund aus zerstört worden sei, gegenüber erbaut, ihm ent-gegengestellt 1 )- Es unterliegt kaum einem Zweifel, dass Eusebius hierbei an dasneue Jerusalem der Apokalypse denkt, darauf anspielt und dass somit das Verhält-niss dieser Idee zum christlichen Kirchenbau und der bildlichen Ausschmückung dessel-ben bekannt war. Wären uns die Gränzen nicht so sehr enge gesteckt, dann könnteman die Verbreitung welche diese Idee in den ersten Jahrhunderten des Christen-thums hatte, ausführlicher würdigen; jetzt müssen wir uns auf die Anführungeines Zeugnisses beschränken, welches uns mit zwei Worten sagt, dass diese Ideeeine sehr verbreitete war. In der Erklärung des 124. Psalms spricht Augustinusüber die Worte des 2. Verses: qui inhabitanl Jerusalem. Er sagt in der Erklä-rung, dieses sei nicht von dem irdischen sondern von dem himmlischen Jerusalemzu verstehen, von welchem seine Leser oder Zuhörer so Vieles zu hörenpflegten! von jenem höhern Jerusalem, nach welchem die Christenheit eineSehnsucht wie das Kind zu seiner Mutter habe 2 ).

Die ganze Stelle in der geheimen Offenbarung lautet:Ich sah die h. Stadt,das neue Jerusalem herabkommen von Gott aus dem Himmel, geschmückt wie eineBraut; und ich hörte eine starke Stimme vom Throne, die sprach: Siehe GottesWohnung unter den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, sie werden seinVolk sein, und Gott wird selber als Gott bei ihnen sein. Jede Thräne wirdGott von ihren Augen trocknen, der Tod wird nicht mehr sein, aufhören werdenTrauer, Klage und Schmerz; denn das Erste ist vorüber. Und der, welcher aufdem Throne sass, sprach: Sieh' ich mache Alles neu 3 )!

Macht man sich dieses Bild in allen seinen einzelnen Zügen klar, indemman die Kirche und das irdische Dasein in seiner Verklärung, die Kirche inihrer Verherrlichung erblickt, so muss man gestehen, dass ein geeigneterer Stoff

1) Kai örj xaz' «uro ro ou>T'',qiov fiaQivQioy, j, via xaieaxfvaCtJ" 'IfQOvaaXtjfi tlfiirtQoaujrtos itjTici/Lai ßouiufytj. De vita Constant. Hb. 3, 33-

2) Est alia Jerusalem de qua multa soletis audire. Ipsa est mater nostra, cui suspiramus et gemimusin ista peregrinatione, ut ad illam redeamus. Erraveramus ab ea et viain non habebamus.

3) Apok. 21, 5 ff.