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jeden Fremden als Feind, als rechtlos behandelte. In dem himmlischen Jerusa-lem stehen Verklärte aus allen Nationen, von allen Sprachen, von allenGeschlechtern um den Thron! Sie erscheinen mit Palmen, mit Kronen geschmückt,mit der Corona aeternitatis, wie Tertullian sie nennt!
Wenn irgend ein Baum den Namen Wunderbaum verdient, so ist es der Palm-baum. Schön, auf schlankem und doch starkem, regelmässigem Stamm sich hoch indie Lüfte erhebend, seine immer grünen Aeste wie eine freie Sirahlengarbe nachallen Seiten hin majestätisch ausbreitend, ist er in der Baumwelt was der Pfau imReiche der Vögel. Aber mit der Schönheit, der Majestät des Wuchses, verbindeter viele, mannigfache Vortheile, Vortheile die der Zahl nach die Augen imPfauenschweife übertreffen, Vortheile die ihn zugleich zur Freude und zum Segender Gegend machen, in denen er wächst. Es ist nicht zu verwundern, dass einsolcher Baum von den Völkern deren Wohlthäter er ist, gefeiert wird, dass sieihn zum Bilde zarter, schöner, erhabener Eigenschaften wählen. Auch das alteTestament feiert die Palme an vielen Stellen. Der Gerechte wird wie einePalme blühen, Ps. 19, 13; wie eine Palme blüht die Weisheit, Eccles. 24, 18.In dem Tempel Salomons waren neben Cherubinen Palmzweige abgebildet, beidemit Gold bedeckt, 3 König. 6, 29, und vom Boden bis hinauf über die Thorewaren in dem neuen Tempel den Ezechiel in einem Gesichte schaute, Cherubineund Palmzweige dargestellt*).
Der Palmbaum selbst wurde Sinnbild einer höhern Idee, als alle bezeichne-ten es sind; er wurde Sinnbild der Unvergänglichkeit, der Unsterblichkeit, derWiederauferstehung. Die Alten glaubten nämlich von diesem Baume, dass er nichtabsterbe, dass er sich aus sich selbst erzeuge, sich verjünge, wie der Phönix,der wenn er alt geworden, sich auf einem Scheiterhaufen verbrennt und verjüngtwieder'Jaus der Asche aufersteht 2 ). Auch dieser Idee ist auf beiden Bildern
1) Ezechiel 40, 26. Vgl. Vers 31. 37. Cap. 41. 18. 19. 20. 25. 26.
2) Mirum de ea accepimus, cum phuenice ave, quae putatur ex liuius palinae argumento nomen accepisse,iterum niori ac renasci e\ seipsa. Plin. h. n. 13, 9.
Lucian schililert in der bekannten satyrischen Schrift den Peregrinus Proteus als einen Menschendem nichts zu abgeschmackt und verkehrt ist, um von sich reden zu machen. Nach §. 27 jener Schriftwollte Peregrinus nicht mehr Proteus heissen, er nannte sich Phönix! Diese Stelle gewinnt an Licht,wenn man sich daran erinnert dass Peregrinus, der Alles versuchte, sich auch eine Zeitlang zu denChristen hielt und diese täuschte. §. 33 sagt derselbe Peregrinus : er wolle einem goldenen Lehen eineg oldene Krone aufsetzen.