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Kunstarchäologische Betrachtungen über das Portal zu Remagen
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hin, beten Gott an und singenAllelujaAuf dem alten Mosaikbilde der Münster-kirche zu Aachen, von welchem Ciampini eine Abbildung hat, sind neben denAeltesten die Throne selbst abgebildet, von denen sie sich erheben. Die Ge-stalt ihrer Kronen ist von der Gestalt der Kronen auf den römischen Bildernverschieden.

Wir verlassen den Tribunenbogen des Bildes auf Tafel I. Zu beiden Seitenerblicken wir eine grosse Anzahl von Figuren, von welchen diejenigen, welchedie oberste Stelle einnehmen Palmzweige tragen. Die Deutung findet sich 3, 21.Wer siegt, o vixäv, dem will ich gestatten sich neben mich auf meinen Thronzu setzen". Die ältesten Christen betrachteten sich als Krieger, als Streiter un-ter der Fahne Christi, als Streiter gegen die unsichtbaren Mächte der Finsterniss;daher so viele Ausdrücke aus dem römischen Kriegs- und Heerwesen, wie vigiliae,stationes 2 ), in das Christenthum übergegangen sind. Krone und Palme 3 ) warendie Zeichen des Sieges bei den Alten, mochte der Sieg in geistigem oder inblutigem Kampfe errungen worden sein. Den Siegern in den olympischen Spie-len wurden goldene Kronen zum Preis gegeben, daher die Stadt Olympia vonPindar [nj-vtga ^gvaoo-rsrgävav a&hcov genannt wird. Eine goldene Krone er-hielt Cyrus, von seiner Tochter zum Preise für seine vielen Siege; Alcibiadesweil er den Stolz der Lacedämonier gedemüthigt hatte. Die römischen Feld-herren versammelten ihre Krieger nach erfochtenem Siege: eine der höchstenAuszeichnungen für bewiesene Tapferkeit waren goldene Kronen, aber die höchstevon allen waren Kronen oder Kränze von Gras, die Corona graminea obsidio-nalis. So gab man auch in uralten Zeiten den Siegern in den Wettkämpfenkeine Kronen von Gold und Edelsteinen, sondern solche die aus Baumzweigen,

1) Vgl. 19, 4, 5, 14.

2) Eine schöne Stelle findet sich bei Tertullian. Vocati sumns, sagt derselbe, um die Märtyrer zurStandhaftigkeit zu ermahnen, ad militiam dei vivi iam tunc, cum in sacramenti verba respondimus. Nemomiles ad bellum cum deliciis venit, nec de cubiculo ad aciem procedit, sed de papillionibus expeditis etsubstrictis, ubi omnis duritia et inbonitas et insuavitas constitit. Etiam in pace labore et incommodisbellum pati iam ediscunt, in armis deambulando, camp.um decurrendo, fossam moliendo , testudinem den-sando. Sudore omnia constant, ne corpora atque animi expavescant; de umbra ad solem, de sole ad coe-lum, de tunica ad loricam, de silentio ad clamorem, de quiete ad tumultum . . . ßonuin agmen subituriestis, in quo agonothetes deus vivus est, xystarches Spiritus sanctus, Corona aetcrnitatis, brabium ange-licae substantiae. Tertull. ad martyres c. 3.

3) Plutarch. Symp. 8, 4. Pausan. Arcad. 8. Virg. Georg 3, 12. Gellius noct. Atticae 3, 6. Plin. h. n.10, 24. Liv. 10, 47. Ambrosius in Cant. verba:ascendam in palmam." Gregor, m. hom. 17 in Ezecli.