— 584 —
1720 zu. — Um 1G68 war Johann v. Stadelmeyer und JohnsdorffHerr auf Polnisch Leipe u. kaiserl. Oberstlieutenant. Derselbe hattedrei Söhne, von denen Hans Christoph v. St. und Leipe in k. franz.Diensten stand, später aber wieder nach Schlesien zurück ging und1720 zu Löwen im Briegsclien starb. Derselbe war, wenn nicht derLetzte, doch einer der Letzten des Stammes.
tiinapius, II. S. 1028. — Gauhe, I. S.2392: im Artikel: Stadel. — Freih. v. Ledebur, II S.168.
Stadion, Freiherren und Grafen (Schild geviert mit JMittelschild.Im schwarzen Mittelschilde drei über einander liegende, unter sichgekehrte, goldene Wolfseisen: Stammwappen. 1 und 4 in Schwarzdrei, 2 u. 1, goldene Tannzapfen: Herrschaft Thannhausen in Bayernund 2 und 3 in Silber ein schwebendes, ausgebogenes, rothes Kreuz:wahrscheinlich zum Andenken an den Hoch- und Deutschmeister Jo-hann Caspar v. Stadion). Beichs-Freiherrn - und Grafenstand. Frei-herrndiplom vom 21. April 1686 für Johann Philipp v. Stadion, k. k.Geh. Bath, kurmainz. Canzler u. s.w. und Grafendiplom vom 1. Aug.1705 für Denselben. — Altes,- aus Graubündten stammendes Bitter-geschlecht, dessen gleichnamiges Stammschloss längst schon in Trüm-mern liegt. Der Stamm soll schon nach der Mitte des 11. Jahrhun-derts und im 12. und 13. Jahrhunderte geblüht haben. Drei SöhneEitels v. Stadion, gest. 1382, stifteten drei Linien: Conrad die ältere,noch blühende, sonst olsassische Linie, Ludwig die jüngere, oderschwäbische, 1693 erloschene und Johann der Beiche die mittlere,die aber gleich mit dem Stifter erlosch. — Aus der älteren Linie wen-dete Conrads Urenkel, Christoph, gest. 1543, Fürstbischof zu Augs-burg, seinem Bruder, Johann, das Erbtruchsessen-Lehn des HochstiftsAugsburg zu. Von Johanns Söhnen war Johann Caspar, gest. 1641,Hoch- und Deutschmeister zu Mergentheim, Christoph aber, gest.1622, hatte sechs Söhne, von welchen der jüngste, Johann Philipp,s. oben, den Freiherrn- und Grafenstand in die Familie brachte.Derselbe kaufte 1708 von den Grafen v. Sintzendorf die Graf- oderHerrschaft Thannhausen in Schwaben, wurde 8. Mai 1708 in dasSchwäbische Gräfencollegium aufgenommen und erlangte hierdurchBeichsstandschaft. Seine zwei Söhne, Friedrich u. Philipp Hugo Jo-seph, schieden den Stamm in zwei Linien, in dieFriedericianische, oderStadion ohne Beisatz, früher Stadion-Warthausen und in die Philip-pinische Linie, oder Stadion-Thannhausen. — Durch die BheinischeBundesacte kam 1806 die reichsständige Grafschaft Thannhausenunter k. bayerische und die nicht reichsständige Herrschaft Wart-hausen unter k. württemb. Staatshoheit u. zwar beide standesherrlich.1829 wurde die Familie von Bayern wegen Thannhausen und vonV ürttemberg wegen Warthausen, wenn auch diese Herrschaft reichs-rittersehaftlich gewesen und 1826 verkauft worden war , als standes-herrlich bei der Bundesversammlung angemeldet. Den Häupternbeider Linien steht das Priidieat: Erlaucht zu. — Die inneren Ver-hältnisse der Familie sind durch ein neues Familienstatut vom 17.Mai 1830 geordnet. Der Besitz des gräflichen Hauses ist bedeutend.