VI
Für die Geschichte des Geschlechtes haben die Angaben zumeistsich zu beschränken auf den Ursprung, auf die Daten der Anerkennungoder Erhebung in die verschiedenen Adelsstufen, auf die Zeit des Erlö-schens. Bei Erwähnung einzelner Persönlichkeiten waren es keineswegsimmer die besonders Hervorragenden; manchmal ist in der Nennungeiner Person die Rechtfertigung zur Aufnahme eines Artikels zu erkennen.Feste Normen konnten hier weder gestellt, noch innegehalten werden.
Angabe von Heimath, Verbreitung, Güterbesitz, dieser mehr geo-graphische Tlieil unserer Aufgabe umfasst die mühevollste, schwierigste,entschieden aber auch diejenige Seite, welche in den bisherigen Adels-werken am meisten vernachlässigt war. Man übersieht hier mit einemBlick, für welche Gegend, für welche Zeit jede Familie durch Grundbesitzvon Bedeutung war. Wer aber nur einigermaassen die Schwierigkeitensich vergegenwärtigt, die es hat, die vielen Schwankungen, Wandelungenund Wiederholungen von Ortsnamen auf die heutigen Formen unter rich-tigem Nachweis der Lage zurückzuführen, der wird Nachsicht üben, wennIrrthümer und Fehlgriffe hier nicht immer haben vermieden werden können.Bei der Angabe der Kreise sind für den Preuss. Staat nicht die neuestenVeränderungen berücksichtigt, sondern die in den Jahren 1816 bis 1820erschienenen Regierungsbezirks-Beschreibungen zum Grunde gelegt wor-den. Die Jahreszahlen, welche die Zeit des Besitzes andeuten, sind kei-neswegs so zu verstehen, als ob nicht bereits früher, als die erste, oderspäter, als die letzte Zahl ausdrückt, ein Gut in dem Besitze der Familiegewesen; es sind vielmehr hierin nur die Zeitgränzen, wofür dem Ver-fasser sichere Nachrichten vorlagen, zu erkennen.
Dass bei einem solchen auf Kürze angewiesenen Werke Quellen-angaben vermieden werden mussten, liegt auf der Hand. Durch eineAufzählung aller benutzten Hülfsmittel, in dem Vorworte etwa, würdefür die Beglaubigung jedes einzelnen Artikels und jeder Angabe in dem-selben gar nichts gewonnen sein. Für die Adelsliteratur im Allgemeinen,auch für jedes Geschlecht insbesondere ist, der Hellbach ein sehr brauch-bares Buch. Unserm Zwecke haben aber weit mehr, wie die dort auf-geführten heraldisch-genealogischen, die historisch-geographischen Schrif-ten und Monographien gedient; Collectaneen, erwachsen während einesmehr als 30jährigen Sammeins, aus der Benutzung umfangreicher Hand-schriften-Sammlungen, wie der von Kindlinger, König; durch fortgesetzte