— 170 —
Marken u. s. w. und später in Bayern und Baden ausbreitete. Mus-hard beginnt die Stammreihe der Familie mit Herold v. Tettenborn,Ritter, um 1284. Der Enkel desselben, Mango, starb 1316 undwurde im Kloster Walkenried begraben und die Brüder des Letz-teren, Cuno und Heino, schenkten dem genannten Kloster mehrereGüter, damit Seelenmessen für die Glieder der Familie gehaltenwürden. — Otto v. T., welcher grosse Reisen gemacht hatte, kommt1590 als kursächs. Bergrath und Amtshauptmann zu Sangerhausenvor. Derselbe starb im Anfange des 17. Jahrh. und hinterliess sechsSöhne, zu welchen Paridion v.T. gehörte, welcher 1736 als lt. schwe-discher Oberst starb. — Die Familie hat in Sachsen, Hannover, undPreussen fortgeblüht und ist auch, wie erwähnt, nach Bayern undBaden gekommen. In Sachsen haben mehrere Glieder der Familie,namentlich früher in kursächsischen, so wie auch später in königl.sächsischen Militärdiensten gestanden und Falk Otto Bernhard v. T.,früher Oberlieutenant und Adjutant bei dein Commando der FestungKönigstein, ist jetzt lt. sachs. Hauptmann. In Hannover besitzt dieFamilie Grubenhagensche Lehne und in Preussen, wo Hans v. T. indie Armee trat, bis zum Generallieutenant stieg und 1779 starb,brachte dieselbe mehrere Güter an sich, die jetzt noch dem Stammezustehen. In Bayern wurde Friedrich v. Tettenborn, lt. bayer. Käm-merer und Herr auf Thürntenning, welcher seinen alten Adel durchZeugniss der adeligen Gauerben des Busecker - Thals nachwies, indie Adelsmatrikel des Kgr. Bayern eingetragen und in Baden brachteein Sohn des Carl v. T., Herrn auf Tettenborn in der GrafschaftHohnstein und Ober-Jägermeisters des Markgrafen von Baden zuRastatt: Freiherr Friedrich Carl das Geschlecht zu hohem Ansehen.Derselbe, geb. 1778, trat 1794, nachdem er in Göttingen und Jenastudirt hatte, in lt. lt. Dienste, zeichnete sich in diesen im Felde, sowie bei diplomatischen Sendungen aus, ging 1812 in k. russischeDienste, wurde in diesen in den Feldzügen bis 1814 sehr bekanntund berühmt, verliess 1818 die lt. russ. Dienste, wendete sich nachBaden zurück, führte die Territorial-Angelegenheit zwischen Badenund Bayern zu einem erwünschten Ende, erwarb sich um die baden-sche Verfassungs-Urkunde grosse Verdienste und wurde 1819, alsGenerallieutenant, grossh. badischer a. o. Gesandter und bevollmäch-tigter Minister am lt. lt. Hofe zu Wien: eine Würde, welche derselbeweit über zwanzig Jahre bekleidet hat. — Räch Bauer waren 1837zwei Sprossen des Stammes, welche den Beinamen „Holderrieder"führten, im Kgr. Preussen begütert, nämlich: Carl Heinrich v. Tet-tenborn-Holderrieder, Hofrath zu Prössdorf im Altenburgischen,Herr auf Reinsdorf (Fideicommiss) im Kr. Querfurt und auf Tackauim Kr. Weissenfeis und v. Tettenborn-IIolderrieder Herr auf Mark-Röhlitz im Kr. Querfurt. Eächstdem besass im genannten JahreEleonore verw.Rittmeister v. Tettenborn, geb. V .Piper das RittergutRathstock im Kr. Lebus und Amalie vermählte Frau v. Tettenborn,geb. v. Tettenborn das Rittergut Zscheiplitz im Kr. Querfurt.
Mushard, S. 518 u. 10. — Gauhe, I. S. 253C—38. — Zedier, 42. S. 1501. - v. Lang, Suppl.S. 14G:-v. T. auf Thürnthenning. — N. Pr. A.-L. IV. S. 2G4. — Gast, Adelsbuch d. Grossh. 13aden,