Druckschrift 
9 (1870) (Steinhaus - Zwierlein)
Entstehung
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Talmberg, Freiherren (im Schilde zwei Seeblätter mit Wurzeln).Altes, böhmisches Adelsgeschlecht, welches in der zweiten Hälftedes 17. Jahrh. den Freiherrnstand erhielt. Dasselbe soll zeitig ausSclavonien nach Böhmen gekommen sein, früher den Hamen Miliecz. geführt und sich später nach dem Rittersitze Talmberg genannt haben.Hermann und Johann v. Talmberg standen bereits im 11. Jahrhun-dert in Böhmen in grossem Ansehen und es entsprosste ein Bischofzu Prag, so wie ein Bischof zu Olmütz, neben anderen hohen böhmi-schen Staatsbeamten, aus diesem Stamme. Johann Franz Christophv. T., Bischoff zu Königsgrätz und Ernst Freih. v. Talmberg, k. k.Kämmerer, starben 1698 und Freih. Josua Friedrich wird unter denk. k. Kämmerern noch 1709 genannt. Die Familie war auch nachSchlesien gekommen: Friedrich Herr v. Talmberg wohnte 1623 bis1631 den Fürstentagen in Schlesien bei und Jacob Herr v. Talmbergauf Janckau war 1701 des Domstifts zu St. Johann in Breslau Cano-nicus.

Balbini Epitom. Hohem., S. 248. Weingarten 's Fürstenspiegel, 1 S. 135. liedels Sehens-würdiges Prag, S. 344, 147 und 360. Sinapius, II. S.473. Gauhc, I. S. 2513 u. 14. Zedier,41. S. 1591. Freih. v. Ledebur, III. S. 2.

Tamfelder (Schild durch einen goldenen, schrägrechten Streifengetheilt: oben, links, in Blau eine goldene Krone und unten, rechts,in Silber zwei blaue Querbalken). Ein noch zu Anfange des 18.Jahrh. von Sinapius unter dem schlesischen Adel aufgeführtes Ge-schlecht.

Sinapius, I. S. 909. Siebmacher, I. 73: Die Tamfelder, Schlesisch. v. Dieding, II. S. 595und 96.

Tamm, Tain, Ritter und Freiherren ( auf grünem Boden im vonSchwarz und Gold quorgethciltcn Felde ein Löwe von gewechseltenFarben, welcher in den Vorderpranken einen Kranz hält). Alter,böhmischer Ritterstand u. böhmischer, alter Freiherrnstand. Diplomdes alten böhmischen Ritterstandes vom 8. Kov. 1681 für Wenzel Franz Joseph v. Tamm; böhmisches Freiherrndiplom für Denselbenvom 30. Juni 1696 und böhmisches, altes Freiherrndiplom von 1702für eben Denselben als mährischer Tribunal-Assessor. Die Familiesass um 1669 in Schlesien zu Ober- und Kieder-Blumenau unweitBolkenhain und zu Kiklasdorf bei Grottkau.

Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. S. 106. Freih. v. Ledebur, III. S. '2.

Tangel, Thangel (Schild sechsmal von Roth und Silber querge-theilt, mit einem, nach des Schildes abwechselnden Tincturen, doppeltgestückten Rande oder Einfassung). Altes, thüringisches Adelsge-schlecht, aus welchem nach Spangenberg Heinrich Thangeln unterdie vom Adel zählte, welche vom K. Otto dem Grossen 961 zu Ritterngeschlagen wurden. Heinrich (II.) Th. wurde 1566 Administratorder Landcomthurci des deutschen Ordens zu Eger in Böhmen undwar noch Evangelisch. Wolfgang Friedrich v. T. verkaufte 1670das Gut Roldisleben an Hans Christian v. Werthern zu Lossa undbesass selbst noch das Gut Ostramunden. Um dieselbe Zeit lebteauch George Heinrich v. Tangel, dessen Tochter, Christiana Maria,