Druckschrift 
9 (1870) (Steinhaus - Zwierlein)
Entstehung
Seite
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1429 in Folge früherer Erbverträge die Grafschaft Wernigerode,erbte 1535 von dem letzten Grafen v. Königstein aus dem HauseEppstein die Grafschaft Königstein, der sich aber, bis auf Gedernund Ortenberg, Kur-Mainz bemächtigte und die Rochefortschen Graf-und Herrschaften im Luxenburgischen und Lüttichschen und erwarb1577 durch Testament des letzten Grafen v. Henneberg Sclüoss undFlecken Schwarza. — In früherer Zeit hatte sich der Stamm in zweiLinien, in die Harz - und in die Rheinlinie, geschieden, von denen dieHarzlinie 1G31 mit dem Grafen Wolf Georg ausstarb. Durch einenbrüderlichen Theilungsvertrag, welchen 31. Mai 1G45 die aus derRheinlinie stammenden Grafen Heinrich Ernst und 1 ohann Martin —Söhne des 1G38 gestorbenen Grafen Christoph — schlössen, wurdendie Grafschaften Wernigerode und Stolberg getrennt. Heinrich Ernst, -geb. 1593 und gest. 1G72, stiftete die ältere Hauptlinie, welche jetztin der Speciallinie Wernigerode blüht, und Johann Martin, geb. 1594und gest. 1689, die jüngere Hauptlinie, welche in den beiden Special-linien zu Stolberg und zu Rosla fortdauert. — Was die ältere Haupt-linie betrifft, so starb Heinrich Ernst's älterer Sohn: Ernst, zu Isen-burg, 1710 ohne männliche Kachkommen, der jüngere Sohn aber,Ludwig Christian, in Gedern, gest. ebenfalls 1710, setzte die Liniefort. Durch die drei Söhne desselben entstanden drei Aeste: ChristianErnst, gest. 1771, stiftete die noch blühende Linie Stolberg-Werni-gerode; Friedrich Carl, gest. 1767, die im Mannsstamme 1804 er-loschene fürstliche Linie Stolberg-Gedern, welche in ihrem Stifter18. Febr. 1742 die Reichsfürstenwürde erhielt und Heinrich Augustdas Haus Stolberg-Schwarza, welches mit ihm 14. Sept. 1748 erlosch,worauf Schwarza an Wernigerode fiel. Sonach blühte die ältereHauptlinie jetzt nur noch in der älteren Speciallinie Stolberg-Werni-gerode. — Die jüngere Hauptlinie gründete, s. oben, Christophs jün-gerer Sohn, Johann Martin, geb. 1594 und gest. 1689. Die Söhnedesselben, Christoph Ludwig, geb. 1634 und gest. 1704 und Fried-rich Wilhelm, theilten sich 1689 in Ortenberg und Stolberg. Kurdie Kachkommenschaft Christoph Ludwig's in Ortenberg war dauernd:der ältere Sohn desselben, Christoph Friedrich, geb. 1672 und gest.1738, stiftete die Speciallinie zu Stolberg und der jüngere, JustusChristian, geb. 1676 und gest. 1739, die Speciallinie zu Rosla. —Die Speciallinie Stolberg-Stolberg blüht jetzt in zwei von den SöhnenChristoph Friedrichs ausgegangenen Aesten, in dem Hauptaste, wel-cher die Kachkommenschaft Christoph Ludwig's II. und in dem Ke-benaste, welcher die Kachkommenschaft Christian Günther's umfasst.— Der Stifter der älteren Hauptlinie legte 1710 testamentarischallen seinen Besitzungen die Eigenschaft eines Familien-Fideicom-misses bei, theilte, wie oben angegeben, Wernigerode, Gedern undSchwarza unter seine drei Söhne und setzte für die Kachkommen dieKachfolge nach dem Rechte der Erstgeburt fest. Der ältere Sohn,Christian Ernst, errichtete 1739 eine eigene Primogenitur-Constitu-tion. -— In der jüngeren Hauptlinie bestimmte Christoph Ludwig die ,Kachfolge nach dem Rechte der Erstgeburt. Ein am 13. Mai 1737