Druckschrift 
9 (1870) (Steinhaus - Zwierlein)
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
 

Steinwelir (Wappen der v. Steinwehr, begütert in den Pom-jnernschen Kreisen Greifenberg und Cammin: in Blau ein weisses,gestiefeltes und besporntes Bein und Wappen der v. Steinwehr, be-gütert in den Pommernschen Kreisen Bandow, Greifenhagen undPyritz: in Silber zwei kreuzweise über einander hängende, goldeneSteigbügel, mit rothen Riemen). Eins der ältesten AdelsgeschlechterPommerns, welches sich, eines Stammes, seit langen Zeiten in zweiLinien, die "vor- und hinterpommernsche Linie, schied, von denenjede ein von der anderen verschiedenes Wappen führte und welchessich in Pommern, in der Reumark, im Magdeburgischen und in an-deren Provinzen weit ausbreitete und später auch in Ostpreussen undin Westplialen vorkam. Als Stammhaus wird der gleichnamige,schon 1321 vorgekommene Sitz unweit Greifenhagen angenommenund bereits 1435 sass die Familie in der Nähe zu Kolbitz, 1451 zuFiddichow, 1515 zu Dobberphul, 1517 zu Deutin und Nemitz imOamminschen, 1553 zu Jagow bei Pyritz, 1571 zu Klücken, zu Lin-denbusch, beide ebenfalls bei Pyritz, zu E.osenfelde und Selchow un-weit Greifenhagen und war dann im Laufe der Zeit wechselnd inPommern mit mehreren anderen Besitzungen begütert. Im Branden-burgischen war das Geschlecht schon 1420 zu Deetz unweit Soldingesessen und brachte später auch in den anderen obengenannten Ge-genden Grundbesitz an sich. Als alte Steinwehrsche Güter in Pom-mern werden übrigens, ausser Nemitz, Schwessow, Schwenz, M.orgow,Prust, llenkenhagen und Woidfich, in den Marken, ausser Deetz,Cremlin und Ivlein-Latzkow und im Magdeburgischen der RittersitzWellen unweit Wolmirstedt genannt. Von den Sprossen des Stam-mes kommt zuerst Johann Steinwehr vor, welcher um 1321 lebte.Bartholomaeus St. war 13G5 Domherr zu St. Maria in Stettin; umdieselbe Zeit treten Matthaeus, Henning und Schwantes St. auf undHenning St. bekleidete bei dem Herzoge Bogislaus X. in Pommerndie Stelle eines Canzlers und Geh. Raths. Wolff v. St., Pommern-scher Landrath, starb 1587 und hinterliess mehrere Söhne, von denenErnst sich am k. dänischen Hofe aufhielt, die anderen aber das Ge-schlecht in Pommern fortsetzten. Zu Wölfls v. St. Söhnen gehörteauch Wolff Balthasar Adolph v. St., welcher in Leipzig Theologie stu-dirt hatte, 1734Facultatisphilosophicae Assessor daselbst war u. späterProfessor in Göttingen wurde. Mehrere Glieder der Familie ge-langten in der k. preuss. Armee zu hohen Ehrenstellen. JohannChristian Wilhelm v. St. starb 1784 zu Magdeburg als k. pr. General-major, Chef eines Infanterie-Regiments und Amtshauptmann zu Pots-dam und Friedrich Wilhelm v. St. a. d. IT. Deetz in derNeumark 1804/5als Generallieutenant und Chef eines Infanterie-Regiments und Fried-rich Wilhelm v. St. 1809 als Generallieutenant a. D. Von Letzteremstammte Wilhelm Ludwig Bogislav v. St., welcher 1834 als General-lieutenant pensionirt wurde. Derselbe war früher Director der Ober-Militair - Examinations - Commission. Von seinen Brüdern starb derEine 1826 als Oberst und Director der Potsdamer Cadettenanstalt,ein anderer Bruder lebte 1837 als pensionirter Major in Berlin und