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N. Pr. A.-L. III. S. 4S5. —Deutsche Grafenh. der Gegenwart, II. S. 173 und 74. — Freih.v. Ledebur, II. S. 108. — Gencal. Taschenbuch der gräfl. Häuser, 1864 8. 004 und G05 undhistor. Handbuch zu Demselben, S. 600. — W.-B. der preuss. Monarchie, I. 75.
Orlamünde, Orlahemiinde, Grafen. Ehemalige, alte, berühmteund mächtige Grafen in Thüringen, welche von dem Stammschlosse,Städtchen und Grafschaft Orlamünde in der Gegend, wo der kleine FlussOrla in die Saale fällt, den Namen erhalten. Bereits 968 kommt Frie-drich Graf v. Orlamünde mit seiner Gemahlin, Apollonia Grf. v. Hen-neberg, vor. Der Stamm blühte in mehreren Sprossen bis in die ersteHälfte des 15. Jahrh. fort. Wilhelm Graf v. Orlamünde, Herr zu Lauen-stein, Leuchtenberg und Lichtenhain, war noch 1430 Reichs-Hofgerichts-Assessor zu Nürnberg und Sigismund Graf v. Orlamünde, Herr zuLauenstein u. s. w., schloss 1447 den einst so berühmt gewesenen Stamm.Die Grafschaft Orlamünde hatte schon 1344 Graf Heinrich, gest. 1371,an den Markgraf Friedrich zu Meissen verkauft. Das Wappen derGrafschaft Orlamünde: in goldenem, mit rothen Herzen bestreutenSchilde ein schwarzer, roth gekrönter Lowe, kam in das Wappen derKur Sachsen und der Herzoge zu Sachsen.
Xucae, Grafensaal, S. 305—378. — Hübner , II. 002. Tab. 3. — v. Falkenstein, Tliüring.Chronik, II. Cap. 19. 8. 880—906. — C. F. Löber , Diss. de burggrav. Orlamund. Jenae, 1741.Gauhe, II. S. 830—32. — Biedermann , Grafenh. I. Tab. 138—41.
Orlando. Erbländ.-österr. Adelsstand. Diplom von 1715 fürSimon Orlando.
Megerle v. Mühlfeld , Erg.-Bd. 8. 393.
Orlicli (im Schilde ein zur Sonne auffliegender Adler). Ein, zudem Adel im Kgr. Treusscn gehörendes Geschlecht, welches, wie Einigeannehmen, eines Stammes mit der alten böhmischen, später nach Polenund dann wieder nach Böhmen gekommenen Familie v. Orlik, ürlick, ist.Als nächster Stammvater wird Martin v. O. genannt, dessen Vater,während des 30jährigen Krieges, der Religion wegen aus Böhmen ver-trieben wurde, Vornamen und Wappen geändert hatte, s. Fabricius,Stephan Vilcoux wunderbare Wege des Allerhöchsten, Wittenberg,1679, und wohl einer der Söhne des Samuel v. Orlick, s. den nach-stehenden Artikel, war. Derselbe heirathete 1636 zu Magdeburg dieTochter des Präsidenten und Bürgermeisters v. Alemann, deren Muttereine Tochter des holsteinischen Ganzlers v. Schnitzen war, floh aberdes Krieges wegen nach Hamburg, wo er noch in demselben Jahrestarb. Aus seiner Ehe stammte ein 1637 nachgeborner Sohn : ErnstMartin, welcher später in die Gegend von Magdeburg zurückkehrte,sich ankaufte und in Diensten des Kurfürsten Friedrich Wilhelmvon Brandenburg stand. Der Sohn desselben, Johann Martin, studirteTheologie und starb 1745 als Prediger zu Trebnitz an der Saale. Vonihm stammte Ernst Ludwig v. 0., geb. 1705 und gest 1767 als ange-sehener Geistlicher und Hauptpastor an der Michaeliskirche zu Ham-burg. Derselbe war von seinen Brüdern der Einzige, welcher männlicheNachkommen hatte, von denen zwei Söhne als k. preuss. Regierungs-und Domänen-Ruthe starben, der jüngste aber, Ludwig Julius (nacheiner anderen Angabe Ludwig Johann) v. 0. geb. 1755, nach vollen-deten Studien 1778 gleich als Lieutenant in der k. preuss. Armee an-